Archiv der Kategorie:
Säkularisierungstheorie

Der Bioladen ist die neue Kirche

28.5.2016 SvZ.de

Essen nimmt religiöse Züge an. Immer weiter wird Essen durch Zusatzfunktionen esoterisch aufgeladen. So gibt es wahre Glaubenskulte um Biobrote, stärkende Jogurte und energetisierendes Wasser. Jede Unverträglichkeit und neue Allergie dient der Abtrennung von den Ungläubigen.

Lesen Sie hier den Artikel über das neue Ordnungssystem der Nahrung.

Kirchen sind provinzieller geworden. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann scheidet aus dem Amt und bickt zurück.

06.05.16, SZ, Interview mit Mathias Drobinski,
„…Macht das nun die Europaskeptiker stark, dass beim Projekt Europa die innere Mitte schwach geblieben ist?

Da gibt es sicher Versäumnisse. Aber es ist auch ein Problem, dass die EU zu rasch zu viele Länder aufgenommen hat.

Ist die Europa-Idee am Ende?

Nein. Ich glaube, mit Ländern wie Polen, Ungarn, auch Tschechien muss man Geduld haben. Vielleicht auch mit manchem Europaskeptiker im alten Kerneuropa, der aus Frust heraus eine rechte Partei wählt.

Zählt für Sie die AfD dazu?

Für mich ist das eine Partei in der Pubertät. Was heißt das: Der Islam gehört nicht zu Deutschland?…

Warum engagieren sich die Kirchen Europas nicht stärker für Europa?

Das ist eine Enttäuschung, dass wir auch auf kirchlicher Ebene in Europa nicht stärker zusammenarbeiten. Viele Kirchen haben doch eine große Nähe zu den Auffassungen ihrer Regierungen und sehen sich wenig dem Ganzen verpflichtet. Unsere Stärke in Europa, auch gemeinsam mit den evangelischen und orthodoxen Kirchen, hat dadurch gelitten. Wir sind provinzieller geworden…

Wäre nicht jetzt die Zeit der Theologie gekommen, die fragt: Was gilt in einer Zeit, in der vieles unsicher geworden ist? Man hat selten den Eindruck, dass die Theologen diese Debatten führend mitgestalten.

Es ist die Stunde der Theologie. Sie könnte sich tatsächlich deutlicher zu Wort melden. Vielleicht steckt dahinter manche Resignation. Aber so ändert man nichts….

Ihre Bischofskollegen Stefan Oster aus Passau oder Rudolf Voderholzer in Regensburg fordern, dass die Theologen sich stärker am Lehramt orientieren sollen. Das klingt nicht nach großer Freiheit.

Das sind Debatten von vorgestern.

Mehr dazu.

Ostern ist ein provokantes Fest. Über das aktuelle Buch von Prof. em. Jürgen Moltmann.

04/2015, Publik Forum

Ostern ist ein provokantes Fest. Anlass zur Hoffnung wider alle Hoffnung. Über den menschennahen Gott Jesu schreibt der evangelische Theologe Jürgen Moltmann in seinem aktuellen Werk. Es versteht sich auch als Beitrag zur Atheismusdebatte. Das Buch des Monats, besprochen von Norbert Copray. Zur Rezension.

Vom Heil reden in einem atheistisch bzw. areligiös geprägten Umfeld. Von Prof. Achim Härtner M.A

These 1: Religiöse Großwetterlage: Entzauberung und Wiederverzauberung der Welt

Über Jahrzehnte galt die in den Sozialwissenschaften verbreitete „Säkularisierungsthese“ zu den allgemein anerkannten Hypothesen: im Zuge der Modernisierung westlicher Gesellschaften würde die Bedeutung der Religion immer mehr abnehmen. Antreibende Motive für eine „Entzauberung der Welt“ seien die Rationalisierung (Max Weber 1904/5), die Industrialisierung, Urbanisierung und Mobilisierung (Bryan Wilson 1966) oder die Auflösung traditioneller Bindungen (Johannes Berger 1986)…

Im Zusammenhang mit der Rede von der „Wiederkehr der Religion“ werden m.E. Umfang und Potenzial religiöser Aufschwungprozesse bisweilen stark überschätzt, insbesondere bezüglich ihrer gesellschaftlichen Prägekraft…

These 2: Atheistisches Umfeld fördert Konfessionslosigkeit, Konfessionslosigkeit fördert Religionslosigkeit bzw. Areligiosität.

Der Anteil der Konfessionslosen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gestiegen: In Westdeutschland gehören im Jahr 1991 11% und im Jahr 2012 18% keiner Kirche an; in Ostdeutschland im Jahr 1991 65% und im Jahr 2012 68%; In der gesamten Bevölkerung einschließlich der Konfessionslosen gehen im Westen 1991 21%, 2012 25 %, im Osten 61 % und 57 % »nie« zur Kirche…

These 3: Die Gruppe der Religionslosen bzw. Religionsfreien muss von Kirche und Theologie verstärkt wahrgenommen werden…

Missionswissenschaftliche „Gretchenfrage“ angesichts zunehmender Religionslosigkeit und Areligiosität: Kann man religionslos Christ sein? – Müssen Areligiöse religiös werden, um Christen werden zu können ?…

Ausblick:
Nichtreligiös vom Heil in Christus reden – Ermutigungen und Perspektiven für Theologie und kirchliche Praxis…

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Atheistische Sonntagsversammlungen. Gottesdienste bekommen Konkurrenz.

Atheistische „Gottesdienste“ finden immer mehr Anklang.
London (idea) – Religionsfreie „Sonntagsversammlungen“ machen den Gottesdiensten Konkurrenz. Die „gottlosen“ Zusammenkünfte mit Musik, Ansprachen und Gemeinschaft finden international immer mehr Anklang. Aus der ersten Versammlung, die 2013 im Londoner Stadtteil Islington startete, ist inzwischen eine weltweite Bewegung geworden. In Großbritannien finden sich in zehn Städten Hunderte Menschen zu solchen Versammlungen ein; in den USA gibt es sie in zehn und in Australien in sechs Städten… Mehr dazu.

Prof. Detlef Pollack: Historische Analyse statt Ideologiekritik – eine historisch-kritische Diskussion über die Gültigkeit der Säkularisierungstheorie

Eine historisch-kritische Diskussion über die Gültigkeit der Säkularisierungstheorie

von Prof. Detlef Pollack, Münster

Bei der Debatte hinsichtlich der Anwendbarkeit der Säkularisierungsthese muss eine scharfe Unterscheidung zwischen dem Kontext, in welchem sie erstellt wurde und den Gründen für ihre Gültigkeit gemacht werden. Ziel dieses Essays ist es, empirische, theoretische und plausible Argumente gegen die Säkularisierungstheorie zu finden und zu prüfen, ob diese gerechtfertigt ist oder nicht. Aber bevor man seine Absicht bekannt gibt die Säkularisierungstheorie zu kritisieren, muss man wissen, was diese Theorie tatsächlich besagt. Häufig wird ein gekürztes, einseitiges Konzept der Theorie verwendet, (…). Daher beginnt dieser Essay mit einer kurzen Darlegung der wichtigsten Inhalte der Säkularisierungstheorie, fährt fort mit einer Auflistung der Hauptkritikpunkte und endet mit einer Diskussion über deren Rechtfertigung.

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