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Evangelikale

Evangelikale Bewegung und Rechtspopulismus. Von Dr. Hansjörg Hemminger.

04/2017, Evangelische Orientierung 1/2017

(DR. RER. NAT. HANSJÖRG HEMMINGER
war bis Anfang 2014 Weltanschauungsbeauftragter
der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.)

Dass man aus der Bibel Ordnungen entnehmen solle, die
politisch dem gesamten Gemeinwesen aufzuerlegen sind,
auch einem säkularen Staat, ist eine Idee des protestantischen
Fundamentalismus. Es ist diese Idee, die den Rechtspopulismus
für manche (bei weitem nicht alle) Evangelikale
attraktiv macht.

Vor kurzem diskutierte ich auf Facebook mit einem Evangelikalen,
einem theologisch gebildeten Mann. Aus seiner Sicht vertritt
die AfD unter den politischen Parteien am ehesten eine biblische
Moral. Und er betonte: „Eine an der Bibel orientierte Lebensordnung
ist das Zentrum christlicher Ethik.“ Die Frage nach der
Schnittmenge zwischen evangelikaler Bewegung und Rechtspopulismus
ist damit im Kern beantwortet…

mehr dazu, vgl. S. 14

„Die konservativen weißen Christen haben mit ihren Stimmen für Trump gewonnen. Der Bruch zwischen dieser Bevölkerungsgruppe und viele anderen Amerikanern wird sich nicht so schnell wieder kitten lassen.“

01/2017, zeitzeichen

„Wie einst König David“

Donald Trumps Wahlerfolg stellt die US-Kirchen vor große Herausforderungen

…Das hat nicht so ganz geklappt 2016. Das Magazin Christianity Today warnte vor der Wahl, das evangelikale „Ja“ zu Trump gebe „unseren Nachbarn viele Gründe zu bezweifeln“, dass wir „wirklich glauben, Jesus ist Herr“. Vielmehr gerieten weiße Evangelikale in den Verdacht, „dass wir so egozentrisch sind….. dass wir uns mit jemandem zusammentun, der all das verletzt, was uns heilig ist“. Der evangelikale Autor Tony Campolo schrieb Ende November in der New York Times, der Begriff „evangelikal“ sei so verbraucht, dass man einen neuen brauchen für den „Jesus-zentrierten Glauben“. Die konservativen weißen Christen haben mit ihren Stimmen für Trump gewonnen. Der Bruch zwischen dieser Bevölkerungsgruppe und vielen anderen Amerikanern wird sich nicht so schnell wieder kitten lassen. …

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„Dieser Mann ist kein Christ“. Trumpisten – Rechte Ideologie und ihre religiöse Verbrämung.

12/2016, von Andreas Mertin

…Wladimir Putin – Viktor Orban – Donald Trump – Marie Le Pen … Die Sehnsucht nach den “Strongman” scheint in globalisierten Zeiten extrem verführerisch zu sein. Vielleicht war es schlichtweg naiv, einmal nicht mit dem grundsätzlich Bösen im Menschen zu rechnen, vielleicht waren die letzten 50 Jahre eher der Ausnahmefall in der Entwicklung gesellschaftlicher Rechte….

Unter den weißen evangelikalen und den weißen wiedergeborenen Christen erhielt Trump sagenhafte 81% Zustimmung. …
Es wurde mit dieser US-Wahl für mich zum ersten Mal deutlich, wie die Deutschen Christen funktionieren konnten. Weil es eben nie um das Christentum und christliche Gedanken ging, sondern um rechte Ideologie, die nur erfolgreich religiös verbrämt wird….

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Der evangelikale Einfluss auf die Politik

25.9.2016 Telepolis

In den USA treten evangelikale unverhohlen als politische Akteure auf und setzen ihre Themen auf die Agenda. Auch in Deutschland haben sie Einfluss auf die Politik. Personen stehen ihnen nahe oder Parteien übernehmen implizit ihre Positionen. Ulrike Heitmüller untersucht die Auswirkungen auf die Demokratie. Ihr Fazit: Der politische Diskurs wird sich ändern. Die Demokratie hält das aber aus.

Lesen Sie hier den Artikel.

Warum auch Christen Trump wählen. 25 Jahre Kirchengemeinschaft zwischen der amerikanischen UCC und Westfalen.

09/2016, EKvW

Die Furcht vor Veränderungen und vor einer ungewissen Zukunft ist auch unter Christen in den USA ein Motiv, Donald Trump zum Präsidenten zu wählen. Diese Einschätzung gab die Unternehmensberaterin Sandy Lindahl von der United Church of Christ (UCC) bei einer Partnerschaftstagung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Schwerte-Villigst.

…Der Wunsch nach Ordnung und die Furcht vor dem, was als anders empfunden wird, kennzeichne den autoritären Stil des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Mit seiner »simplen, machtvollen und strafenden« Art spreche er vor allem solche Christen an, die Gott als unerbittlichen Richter sehen. Hinzu komme, dass Trumps Unterhaltungswert der »unmäßigen Gier nach hirnlosen Reality-Formaten« im Fernsehen entgegenkomme, die in den USA herrscht, erklärte Sandy Lindahl…  Mehr dazu.

Merkels Repräsentant bei den deutschen Evangelikalen Volker Kauder geht in Konkurrenz zur AfD

29. April 2016
Der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder aus Tuttlingen ist nicht nur offiziell Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, er fungiert inoffiziell auch als eine Art von CDU-Repräsentant unter deutschen Evangelikalen, also konservativen bis fundamentalistischen ProtestantInnen.
Obwohl er Merkels Kurs in der Flüchtlingsfrage stützte, machte Kauder immer wieder durch Positionen auf sich aufmerksam, die seinem konservativ-religiösen Überzeugungen entspringen. So lehnte er gemeinsame Gebete und religiöse Feiern mit Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen ab… Mehr dazu.