Streit um den Kanon stört den Fakultätsfrieden der Humboldtuniversität

TAZ 23.4.2015

An der Berliner Humboldtuniversität vertritt Professor Notger Slenczka die Auffassung, das alte Testament sei dogmatisch zweitrangig. Der hebräische Teil der Bibel soll kein Wort Gottes mehr sein, sondern nur noch helfen Jesus zu verstehen.

Der schwelende Streit nimmt in der Wortgewaltigkeit zu. Der Fakultätsfrieden ist gestört.

Der Streit offenbart vor allem eines. Immer noch fehlt es in der Kirche an einem praktisch verständlichen Umgang mit dem hebräischen Teil des Kanons. Psalmen werden in den Gesangbüchern zerstückelt, die Perikopenreihe ist mit nur einem fünftel der Bibel gefüllt. Große Erzählungen sind nur noch spannende Kindergeschichten. Wer den hebräischen Kanon so behandelt, muss sich nicht wundern, wenn jemand die implizite Praxis ausspricht.

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