Peter Barrenstein (McKinsey, AEU, FAKD): Pfarrerinnen und Pfarrern fehlt es an gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen „Basiskenntnissen“

Alpha-Forum, BR, Sendung vom 20.11.2014, 20.15 Uhr

Dr. Peter Barrenstein Vorsitzender Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer
und der FAKD (Führungsakademie der EKD) im Gespräch mit Rigobert Kaiser
Gründung der AEU (Arbeitskreis evangelischer Unternehmer)…?

Barrenstein: Ja, im Jahr 1966.

Kaiser: Die Begründung damals lautete, den Unternehmern innerhalb der evangelischen Kirche eine Plattform zu geben, weil man sich als Unternehmer, als wirtschaftlich denkender Mensch offenbar schon damals in der Minderheit glaubte. Wenn man das mit heute vergleicht, dann hat man den Eindruck, dass sich auch in der evangelischen Kirche trotz der Gründung dieses Arbeitskreises möglicherweise nicht viel verändert hat.

Barrenstein:
Nun, da ist schon viel passiert, das muss man schon sagen. Die Diskussion, die wir beide hier führen, kann ich auch genauso mit den Kirchenführern führen und die führe ich auch mit den Kirchenführern, also mit den Bischöfen oder mit leitenden Juristen aus der Kirche, d. h. sozusagen mit den Führungskadern der evangelischen Kirche. Die große Herausforderung hingegen ist die Basis, das sind die Pfarrerinnen und Pfarrer, die in den Gemeinden arbeiten. Dort ist diese Lücke zwischen dem, was eigentlich erwartet werden sollte an wirtschaftlichen Basiskenntnissen, an gesellschaftspolitischen Basiskenntnissen, und dem, was faktisch an Wissen vorhanden ist, am größten (fett von w-m). Wir vom AEU versuchen, diese Lücke dadurch zu verkleinern, dass wir sehr, sehr viele Diskussionen führen und auch sehr intensiv in diese Gremien hineingehen. Wir sind ja ein relativ kleiner Arbeitskreis und haben nur ungefähr 650 Mitglieder, aber …

Kaiser:
… dieser Arbeitskreis ist sehr hochkarätig besetzt, denn es sind Chefs von DAX- Unternehmen mit dabei.

Barrenstein:
Ja, es sind tolle Leute drin. Weit über die Hälfte unserer Leute sitzen in kirchlichen Gremien: in Kirchenvorständen, in Landessynoden, in leitenden Gremien, im Rat der EKD usw. Das heißt, wir arbeiten mit. Und das hat uns auch die Anerkennung der Kirche gebracht, d. h. wir werden auch akzeptiert. Auf der Ebene der Kirchenführer werden inzwischen auch viele der Dinge, die wir hier diskutieren, sehr ähnlich gesehen….     Das vollständige Interview.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.