Schlagwort-Archive: Badische Landeskirche

Baden: Anzahl der Pfarrstellen nicht gefährdet – so Oberkirchenrätin Barbara Bauer.

Pfarrvereinsblatt 3-4/2017

Die Kirche und das Geld.

FAQ – Frequently Asked Questions
Die für die Finanzen des Landeskirche
zuständige Oberkirchenrätin Barbara
Bauer beantwortet sechs Fragen,
die sich für Pfarrerinnen und Pfarrer
zum Thema Kirche und Geld stellen.
Ist die Anzahl der Pfarrstellen
gefährdet?

Nein. Es gibt keine Pläne zur Kürzung
von Pfarrstellen. Es gibt sogar einen eigenen Vermögensteil, das Pfarrstellenfinanzierungsvermögen,
der zu dem
Zweck aufgebaut wurde,
aus Vermögenserträgen
Gemeindepfarrstellen
zu finanzieren
und sie so vor etwaigen Kürzungsnotwendigkeiten
abzusichern. Gefährdet ist
eher die Besetzung der Pfarrstellen, weil
sich nicht genügend Menschen für den
Pfarrberuf begeistern.

mehr dazu, vgl. S. 117

Baden: neuer Abteilungsleiter für Lehrerbildung erregt Widerspruch der Pfarrvertretung

06/2016, Bad. Pfarrvereinsblatt, „Aktuelles“

„…neuen Abteilungsleiters für Lehrerbildung im Referat 4, Dr. Andreas Obenauer, in den Pfarrvereinsblättern vom Februar hat bei der Pfarrvertretung die Alarmglocken schrillen lassen – offensichtlich bahnt sich ein Paradigmenwechsel hinsichtlich des Einsatzes von GemeindepfarrerInnen in der Schule an: Weil die obligatorischen 6 bis 8 Stunden zunehmend nicht mehr am Ort der Gemeinde geleistet werden können, sollen PfarrerInnen verstärkt in der Berufsschule eingesetzt werden. Die Pfarrvertretung meldet hier Widerspruch an:

Zusammengefasst: Es mag vielleicht einzelne KollegInnen geben, denen GrundschülerInnen zu quirlig sind und die sich an Berufsschulen wohler fühlen – denen sollte das auch ermöglicht werden. Für die allermeisten GemeindepfarrerInnen dürfte allerdings ein verstärkter Unterrichtseinsatz an Berufsschulen als Steigerung einer ohnehin schon hohen Belastungssituation wahrgenommen werden…

vgl. S. 266

Pfarrkonvent Heidelberg analysiert Problemfelder beim Pfarrberuf und artikluiert Forderungen

02/2016, Vereinsblatt Badischer Pfarrverein

„…

Grundsätzlich handelt es sich um die Problemfelder:

• Arbeitszeit-Regeneration-Ruhestands- alter
• veränderte Bedingungen in der Schule
• Übertragung zusätzlicher Arbeitsfelder von anderen, gekürzten kirchlichen Berufen auf den Pfarrberuf
• gesteigerte Erwartungshaltung bei Kasualien
• Rahmenbedingung der Besoldung
Wir fordern:
• Berufseinstufungsbesoldung mit A 14
• Reduktion der Regeldeputate im Religionsunterricht
• Neudefinition der Erreichbarkeit und der Residenzpflicht

• Ausdehnung der Erholungszeit (auch außerhalb der Ferienzeit)
• Zurücknahme des erhöhten Eintrittsalters in den Ruhestand
• Entlastung von Verwaltungsaufgaben

Zu Ausführung und Argumentation vgl. S. 76

Baden: zusätzliche finanzielle Belastungen für die Pfarrerschaft nach Verkauf von Pfarrhäusern.

02/2016, Pfarrverein Baden, Aktuelles
„…
Wenn das zuträfe, wäre natürlich nicht einzusehen, dass Maßnahmen, die zu Lasten der PfarrerInnenschaft gehen (weil die Erfahrung zeigt, dass angemietete Dienstwohnungen teurer sind) und von der PfarrerInnenschaft nicht zu verantworten sind, zu zusätzlichen Belastungen für die PfarrerInnenschaft führen. Wenn die Landeskirche an der Residenzpflicht festhält, gleichzeitig aber den Verkauf von Pfarrhäusern genehmigt, dann darf das nicht zu erhöhten Kosten bei der PfarrerInnenschaft führen.“
der vollständige Bericht, vgl. S. 46, linke Spalte.

Badische Landeskirche: FRIEDEN KANN NICHT MIT WAFFEN GEWONNEN WERDEN. STELLUNGNAHME DER EV. LANDESKIRCHE IN BADEN ZUM GEPLANTEN MILITÄREINSATZ IN SYRIEN.

In der Badischen Landeskirche wird die Frage nach Militäreinsätzen mittlerweile eindeutig kritisch gesehen. Vgl. dazu auch „Das Wunder von Baden“. Diese Eindeutigkeit behält die Landeskirche klug auch in der Frage des deutschen Militäreinsatzes in Syrien, bei politisch komplizierter Gemenelage und zweifelhaften Zielsetzungen, bei:

12/2015

„Zahlreiche Terroranschläge in Paris, in Ländern des Nahen Ostens und Afrikas verbreiten Schrecken, Angst und Wut. Wir trauern mit den Familien der Opfer. Solidarisch mit ihnen, mit ihren Völkern und allen Menschen guten Willens fordern wir ein Ende von Terror und Gewalt und treten dafür ein, dass alle erdenklichen politischen Mittel eingesetzt werden, um diesem Ziel näher zu kommen. Der Beschluss des Bundeskabinetts zur Beteiligung der Bundeswehr an einem Militäreinsatz in Syrien, um mit Frankreich und anderen Verbündeten den islamistischen Terror zu bekämpfen, erfüllt uns mit Sorge.

Er folgt einer Logik, durch militärische Gewalt mehr Sicherheit herzustellen. Uns erscheint dies nicht hilfreich, um den islamistischen Terror einzudämmen und Syrien einem Frieden näher zu bringen…“  Zur Stellungnahme.

 

 

Karlsruher Aufruf 2015 an die EKD: Gewaltfrei für den Frieden. Von der Arbeitsstelle Frieden und FFE Forum Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche in Baden.

06/2015

„Der Krieg als Institution muss in einer fortlaufenden Anstrengung abgeschafft werden.“ (Carl Friedrich von Weizsäcker, 1963).
Wir bitten den Rat und die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) um die Weiterentwicklung ihrer friedensethischen Position im Sinne der aktuellen landeskirchlichen und ökumenischen Diskussionen.

Die EKD braucht ein klares friedensethisches Leitbild zur Überwindung des Krieges. Die Bereithaltung, Androhung und Anwendung militärischer Gewalt wird nicht mehr kirchlich mitgetragen, auch nicht als äußerstes Mittel (ultima ratio), wie es in der EKD- Friedensdenkschrift 2007 vertreten wird. Dies entspricht der Nachfolge des auf Gewalt verzichtenden Jesus Christus. Die EKD möge sich in Gesellschaft und Politik für einen friedenspolitischen Wandel engagieren, weg von der gegenwärtigen, auf militärischer Stärke und Einsatzbereitschaft basierenden Sicherheitslogik hin zu einer friedenslogischen Politik, die auf gewaltfreie Konfliktbearbeitung und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung setzt. Wie die EKD-Ostdenkschrift von 1965 ein wichtiger Impuls für die dann einsetzende Ost-West-Entspannungspolitik war, könnte eine friedenslogische EKD-Denkschrift eine Neuorientierung in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik anregen und fördern.

Den vollständigen Text. Den Aufruf unterzeichnen.

Baden: Schloss Beuggen soll verkauft werden – Fehlsteuerung durch Doppik?

12.04.2014.

Rheinfelden / Freiburg (gh). Schloss Beuggen die Tagungs- und Begegnungsstätte in Südbaden der Evangelischen Kirche soll verkauft werden. Das hat die Landessynode in ihrer Frühjahrstagung (12. 4. 2014) beschlossen. Die Badische Zeitung meldet dies in ihrer Online-Ausgabe.

Die Interventionen der vier südbadischen Kirchenbezirke, die Mit-Träger der Evangelischen Begegnungstätte sind, waren erfolglos. Sollte das denkmalgschütze historische Ensemble tätsächlich vermarktet werden ginge eine noch junge 31-jährige Geschichte zu Ende. Bereits 2002 hatte es große finanzielle Sorgen gegeben. Vor zwölf Jahren war es jedoch gelungen einen Verkauf abzuwenden. Jetzt scheint das Aus bis 2020 besiegelt. Mehr dazu.

Kommentar: Dies Beispiel illustriert zum wiederholten Mal die Wirkung der Doppik: die hohen Abschreibungen führen rechnerisch zu roten Zahlen in den Bilanzen. Dann heißt es, das Gebäude sei zu teuer. Und man hat scheinbar einen plausiblen Grund, sich von werthaltigem Vermögen zu trennen. Diesen Fakt hatten wir anhand anderer, auch kommunaler Beispiele, schon belegt. Die Doppik wird damit zum Instrument des Vermögensabbaus. Unabhängig davon ist richtig, dass gewisse laufende Kosten bei Denkmalobjekten, namentlich Energiekosten, höher liegen als bei Standardobjekten. Diese Betriebskosten auch unter erschwerten Bedingungen kreativ zu optimieren, kann dann als Herausforderung verstanden werden, mit der die Verwaltung die Qualität ihrer Arbeit unter Beweis stellen könnte. Wenn sie die herausforderung annähme…

Baden: Dekanin wird von Bischof gemaßregelt. Sie habe sich zum „Sprachrohr für manche pfarrerliche Larmoyanz“ gemacht

Vor einiger Zeit erschien ein interessanter Vortrag, gehalten von Stadtdekanin Schwöbel, Heidelberg und Stadtdekan Engelhard, Freiburg. Die beiden machten sich schuldig, die Wirklichkeit nicht nur wahrgenommen, sondern auch die bestehenden Probleme beim Namen genannt zu haben. Und das als Dekane – als Kirchenleitung „in der Region“. Die Folgen selbständigen Denkens bestand in einer postwendend ausgesprehenen Maßregelung durch den Bischof. Beschuldigung: die Dekanin machte sich zum „Sprachrohr pfarrerlicher Larmoyanz“. Ein Ereignis, das Bände spricht über den Kulturwandel der Kirche und seiner Führungskräfte sowie die Lage der Ev. Kirche und die Verfassung des Protestantismus.

Noch mal der Reihe nach:

Dr. Marlene Schwöbel und Markus Engelhardt:

„In den vergangenen Jahren haben sich das Pfarrerbild und der Pfarrberuf sehr schnell und sehr grundlegend verändert. Dieses ist der Ausgangspunkt für einige Beobachtungen, die wir gemacht haben. Mit Ihnen, Euch gemeinsam möchten wir uns darüber austauschen, ob diese Erfahrungen und Beobachtungen verallgemeinert werden können und wie wir in unserer Kirche damit konstruktiv umgehen sollten oder können. Auf fünf Punkte möchten Markus Engelhardt und ich (Marlene Schwöbel, Anm. F.S.) uns heute beschränken. Diese Punkte sind als Anregung zur Diskussion gedacht, vielleicht sind sie auch ein bisschen eine Provokation. Wir haben uns gewünscht, dass wir einmal zunächst unter uns diskutieren können, ohne die Kirchenleitung.
1. Package Deal?

2. Pfarramt und Familie

3. Welche Wertschätzung erfährt unsere Ausbildung in Kirche und Gesellschaft?

4. Das Verhältnis von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

5. Residenzpflicht “

Lesen Sie den überaus interessanten Vortrag der beiden badischen Stadtdekane, abgdruckt im jüngsten Bad. Pfarrerblatt.

Die Maßregelung von Landesbischof Ulrich Fischer:

„Durch die zahlreichen Kontakte mit Ihnen, liebe Schwestern und Brüder habe ich mir über all die Jahre auch einen offenen Blick für die Probleme und Nöte der Pfarrerschaft wahren können. Es ist keineswegs so, wie bisweilen vermutet, dass ich als Landesbischof nicht mehr wüsste, was an der pfarramtlichen Basis „los sei“. Frau Dekanin Schwöbel-Hug sagte vorhin,„man sollte wissen, wo und wie man sich auseinandersetzt“. Daran will ich anknüpfen. Es bekümmert mich schon, wenn etwa Leitungspersonen unserer Kirche – wie jüngst im Pfarrvereinsblatt zu lesen war – meinen sich, gegenüber dem Evangelischen Oberkirchenrat und dem Landesbischof zum Sprachrohr für manche pfarrerliche Larmoyanz machen zu müssen, gerade so, als wüssten wir in der Kirchenleitung nicht um Veränderungen im Pfarr-
beruf, die manche Beschwernisse mit sich bringen.“ Der Abschiedsvortrag von Landesbischof Fischer.