Schlagwort-Archive: Boykott

Neil Young ruft zum Boykott von Starbucks auf

„Ich habe mich täglich für meinen Latte angestellt, aber gestern war das letzte Mal“, schreibt Neil Young in einem Anti-Starbucks-Aufruf auf seiner Homepage.

In einem ausführlichen Statement stellt sich der Folk-Rock-Musiker gegen die Kaffeehauskette. Grund dafür ist ein Gesetz, das im amerikanischen Staat Vermont erlassen wurde. Dieses besagt, dass alle Produkte, die „genetically modified organisms“, also gentechnisch veränderte Organismen enthalten, ab dem 1. Juli 2016 gekennzeichnet werden müssen.

Starbucks soll sich daraufhin mit Monsanto zusammengeschlossen und Klage gegen den Staat erhoben haben…

Zum Artikel in Musik-Express.

Israel und Pälästina und wir. Leserbrief von Antje Rösener.

… Der Artikel von Ton Veerkamp zum Thema „Israel- Palästina“ hat mich sehr enttäuscht, weil er wichtige aktuelle Bezüge gar nicht herstellt. Ich will das begründen: Vor vier Wochen startete ich meine 6. Reise nach Israel/Palästina. Zeitgleich hielt der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz im Israelischen Parlament seine umstrittene Rede. Deutlich proisraelitisch, aber genau deswegen auch ohne Scheu, Probleme zu benennen, die Israels Sicherheit und Frieden gefährden, wie z.B. den Siedlungsbau oder die Wasserverteilung. Ich konnte die Reaktionen auch in der israelischen Presse nachlesen. Dort erfuhr man, was hier kaum dargestellt wurde: Dass es auch Abgeordnete gegeben hat, die Schulz stehend applaudiert haben.  Den vollständigen Leserbrief in der Jungen Kirche: klicken Sie Ausgabe 2/2014: Europa; dort: 2. Spalte oben, Leserbrief [PDF] von Antje Rösener

Wer soll die olympischen Spiele boykottieren?

Bundespräsident Gauck will nicht nach Sotschi zu den Olympischen Spielen reisen. Auch wenn er seine Abwesenheit nicht begründen will, ist es die richtige Reaktion.

Die Olympische Idee steht für Frieden, Menschenrechte und die Völkerverständigung. Mit ähnlich ambitionieten Zielen steht die Kirche in der Öffentlichkeit unter einer besonderen Beobachtung. Die Öffentlichkeit hat auch das Recht eine Organisation an den Maßstäben zu messen, die sie sich auf die Fahnen schreibt. Der Umgang der Medien mit Kirchen und Politik ist alles andere als zimperlich. Personen, die den strengen Kriterien nicht entsprechen können sich schnell als gejagte der Journalisten wieder finden. Immer schneller geht es dann darum noch ein neues Zeichen für einen Skandal zu finden und zu publizieren. Selbst wenn von dem Bündel der Gerüchte, Halbrecherchen und Anschuldigungen am Ende nur ein verwertbarer Prozess um 500€ heraus springt, muss ein Bundespräsident, gehen.

Da stellt sich die Frage woher das olympische Komitee und die Fifa eine solche Sonderrolle bekommen.

Die Abstimmung um eine Bewerbung Münchens für die olympischen Spiele hat es gezeigt: An keinem der vier Standorten konnte eine Mehrheit für dieses Megaprojekt gefunden werden. Kein Wunder bei den Bedingungen, die ausgehandelt werden. Die Ausrichter bauen neue Stadien, ein olympisches Dorf und die Infrastruktur. Dazu kommen noch tausende Polizisten, Beamte und Planer, die der Staat auch abstellen muss.

Den Gewinn streichen sich die Vereine mit Sitz in der Steueroase Schweiz ein. In Zeiten in denen Staaten vorgeben für Bildung Gesundheit und soziale Leistungen kein Geld zu haben, lässt sich diese Gewinnaufteilung keinem Bürger mehr verkaufen. Logische Konsequenz der Absatzprobleme dieser Sportgroßereignisse sind neue Kundengruppen für die Ausrichtung. Entweder man verkauft diese Ehre in postkolonialer Tradition an weniger Entwickelte Staaten oder man biedert sich an Autokraten an. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Wohin die Spiele gehen ist in einer globalisierten Welt unerheblich. Das große Geld bringen die Sponsoren und die Fernsehrechte. Denen ist der Austragungsort egal so lange die Weltöffentlichkeit ihnen die Aufmerksamkeit widmet.

Das Fernbleiben einiger wichtiger Personen oder das Schicken von offenen schwulen oder lesbischen Gesandten wird den Ausrichtern wenig ausmachen. Wir haben schon in Deutschland während der Fußballweltmeisterschaft beobachten können, wie selbst eine freie Presse nicht zum Spielverderber im Hurrapatriotismus werden wollte. Niemand wollte die tolle Stimmung verderben und über die feinen Herren der Fifa berichten, wie sich Bordelle für das Großereignis rüsten oder welche Orte ausländische Gäste aus Angst vor Nazischlägern meiden sollten. Wie soll dann in einem autokratischem Land das Fernbleiben einiger Ehrengäste überhaupt wahrgenommen werden?

Ändern wird sich an dem ganzem Betrieb nur etwas, wenn es um das Geld geht. Der Boykott setzt also an der falschen Stelle an. Wenn die Fans ausbleiben und sich die Menschen von dieser Art der Großveranstaltung abwenden, dann werden es auch IOC und Fifa im Geldbeutel spüren.

Vielleicht setzt dann ein Umdenken ein. Ich werde während der olympischen Winterspiele den Sportteil aus der Zeitung ungelesen entfernen und die Nachrichten beim Sportbericht abschalten.

Vielleicht wenn die Spiele anders laufen und die Völkerverständigung wirklich ernst nehmen, werde ich wieder mit dabei sein. Bis dahin will ich nicht Teil des ganzen sein.