Prof. Michael Welker zu Aussagekraft und Logik langfristiger Prognosen

aus einem Vortrag von Prof. Möller:
„Ich weiß noch gut, wie schon im Jahr 1986 diese Hochrechnungsstrategie der EKD veröffentlicht wurde, im Jahr 2030 gebe es ein Drittel weniger evangelische Kirchenmitglieder. Mein Kollege Michael Welker[1] rechnete nach derselben Logik weiter und fand heraus, das dann in 100 Jahren alle evangelischen Christen verschwunden sind und in 150 Jahren alle Deutschen. „Würde man den Zeitraum (sc. der Hochrechnung) deutlich verkürzen, unterbliebe die Sensation der Hochrechnung. Würde man den Berechnungszeitraum aber verlängern, so verlöre sich die Plausibilität, und die Hochrechnung der EKD würde als reine Spekulation offensichtlich“. Stattdessen schlug Welker vor, die Kirche solle sich doch lieber auf die Fragen und Enttäuschungen der Menschen heute konzentrieren und die Menschen aufsuchen, die heute die Kirche verlassen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Viele von ihnen sind ja ausgetreten, weil niemand sie jemals aufgesucht hat.“

Zum Vortrag von Prof. Möller, Abschnitt: Geistlicher Widerstand 3.

Anmerkung F.S.: Interessant ist auch der Ursprung der „einfachen Formel“, der EKD Langzeitprognosetechnik Mitte der 80iger Jahre! Dass sich die Wirklichkeit von diesen damaligen Prognosen völlig abweichend entwickelt hat, belegen mittlerweile empirische Studien, etwa „Rätsel – Erkenntnisgewinne – Aufklärung“, insbes. Kap. 3. Solche Langzeitprognosen entpuppen sich damit als pure Astrologie.

 

 

 

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