Schlagwort-Archive: Judentum

Robert Jütte: Leib und Leben im Judentum. Eine Rezension von Christoph Markschies.

02/2017

Wer sich bisher eher wenig mit der Materie vertraut gemacht hat, wird wieder sehr überrascht sein, wie unterschiedlich das Judentum zu bestimmten Fragen optiert und wie fröhlich man sich über alle diese Fragen gestritten hat und weiter streiten kann. Bedenkt man, wie viele jüdische Menschen unterschiedlichsten Hintergrunds inzwischen wieder hierzulande leben oder für kürzere wie längere Zeit zu Besuch kommen, dann hilft die Lektüre des Buches von Jütte bei etwas ganz Schlichtem: Beim unmittelbaren Verstehen der eigenen Gegenwart.
Christoph Markschies (Berlin)…  Mehr dazu.

Debora Feldmann über ihre Zeit als ultraorthodoxe Jüdin. Rezensionen zu Deborah Feldman: Unorthodox

04/2016, Jacqueline Masuck

Kürzlich saß ich stundenlang zwischen den Bibliotheksregalen und dachte über meine Zukunft nach. Die aufgereihten Bücher vor Augen, erinnere ich mich daran, wie sehr ich mir als Kind das Recht ersehnte, lesen zu dürfen, wie viel ich für das Wissen riskierte und wie die Freude, zu lesen, stets die Angst überwog (S. 297).

Wenn Deborah Feldman im letzten Drittel ihres autobiographischen Romans diese Gedanken ausspricht, dann hat sie die wichtigsten Schritte zur Realisierung ihres Traumes, Brooklyn zu verlassen, bereits getan. Aufgewachsen in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg visualisiert sie bereits als kleines Mädchen jene mutige Frau, welche die streng orthodoxe Gemeinde irgendwann verlassen wird… Mehr dazu.

 

weitere Rezensionen, etwa der SZ.

 

04/2016, chrismon

Das Ende der Angst
Der Amerikanerin Deborah Feldman gelang es, sich aus ihrer ultraorthodoxen ­jüdischen Gemeinde zu befreien. In ihrem Bestseller beschreibt sie, wie sie zuvor ­unter der allgegenwärtigen Kontrolle ­und unter der Theologie der Satmar-Gemeinde litt…

Zum Artikel.

„Die Rückkehr Markions“. Von Prof. Ludger Schwienhorst-Schönberger.

06/2015, von Ludger Schwienhorst-Schönberger, Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaften an der Universität Wien

„Die Rückkehr Markions“

(aus Communio 3/2015 – online im PDF.)

Daraus: 

Fazit:

„Nicht mehr haltbare historische Ansichten über die Entstehung von Judentum und Christentum führen in Verbindung mit problematischen hermeneutischen Prämissen innerhalb des christlich-jüdischen Dialogs und einer hermeneutisch unreflektierten Rezeption historisch-kritischer Exegese zu einer theologischen Abwertung und Entfernung des alten Testaments aus dem christlichen Kanon. Notger Slenczka hat dies hellsichtig erkannt und ausgesprochen. Will man dieser Konsequenz entgehen, bedürfen die genannten Prämissen einer Revision. Sie sieht in umrissen folgendermaßen aus: Die verbreitete These, das Christentum sei aus dem Judentum entstanden, ist ungenau. historische Forschung und theologische Reflexion erfordern eine terminologische Präzisierung. Der Entstehungs- und Abgrenzungsprozess von Judentum und Christentum war historisch gesehen ein wechselseitiger. nicht nur das Christentum ist in Abgrenzung vom Judentum, sondern auch das Judentum ist in Abgrenzung vom Christentum entstanden. Vor diesem Hintergrund ist das «alte Testament» respektive der «Tanak» der gemeinsame Stamm, aus dem Kirche und Synagoge hervorgegangen sind. Zwar kann die christliche Theologie viel von der jüdischen Auslegung des alten Testaments lernen, gleichwohl ist das jüdische Verständnis theologisch gesehen nicht das Nadelöhr, durch welches die christliche Exegese gehen muss, um zu einem angemessenen Verstehen dieser Texte zu gelangen. …

Theologisch heißt das, dass es weder zwei «Gottesvölker» gibt, noch dass das eine Gottesvolk durch ein anderes ersetzt worden ist («Substitutionstheorie»), sondern dass es in dem einen Gottesvolk zu einem Streit gekommen ist, wie die heilige Schrift und in Verbindung mit ihr die Gestalt Jesu zu verstehen sind. Dieser Streit, der zu einer Spaltung geführt hat, hält an. es kommt darauf an, dass die Auseinandersetzung sowohl in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung als auch in theologischer und intellektueller Redlichkeit geführt wird. Diese Position entspricht im kern der altkirchlichen Bibelhermeneutik. … “ Zum Artikel.

Die Kinder Abrahams und der neue Kampf um alte Tabus – Religion und Sexualität

Judentum, Christentum und Islam haben in ihrer Geschichte ein Verhältnis zu Körperlichkeit und Sexualität gezeigt, das oft von Schweigen und Strafen geprägt war. In allen drei Religionen wurde die Sexualität der Frauen problematisiert und Homosexualität verfolgt und unterdrückt. Die Regulierung des Begehrens ist noch immer eine große Quelle der Macht über die Gläubigen. Eine Diskussion mit Michael Goldberger (Rabbiner und Rektor), Thomas Römer (Professor für das Alte Testament), Hilal Sezgin (Schriftstellerin, Publizistin und Journalistin), moderiert von Carolin Emcke.

Zum Video der Diskussion.