EKD-Statistiken: „* Stand 2013 geschätzt auf Basis der Erhebung 2005“

12/2015

Man reibt sich die Augen, findet solche Angaben in EKD- Publikationen, wie etwa den „Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ öfters. Nachdem wir von einem besonders krassen Beispiel schon berichtet hatten, hier zwei weitere Fälle:

„Einnahmen der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Gliedkirchen*

* Stand 2013 geschätzt auf Basis der Erhebung 2005.“  Zur Quelle.

oder:

„Aufgaben der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Gliedkirchen und deren Kosten*
* Stand 2013 geschätzt auf Basis der Erhebung 2005.“ zur Quelle.

Begründung:

„Wegen der großen Anzahl der Erhebungseinheiten (über 16.000) und des damit verbundenen Abstimmungs- und Arbeitsaufwandes werden Finanzstatistiken in großen zeitlichen Intervallen (5 – 10 Jahre), zuletzt 2005, durchgeführt. Strukturell und volumenmäßig gibt es von Erhebung zu Erhebung nur geringe Veränderungen…“  zur Quelle.

Anmerkung F.S.: eine Administration, die nicht in der Lage ist, einfache Statistiken zeitnah zu führen, sollte tunlichst vermeiden, datentechnisch kompliziertere Vorgänge in Angriff zu nehmen, wie etwa die Umstellung eines ganzen Rechnungswesens. Selbst wenn ein solches Projekt inhaltlich sinnvoll wäre – quod erat demonstrandum – dann müsste die Realisierung schon angesichts der Anforderungen der EDV scheitern.

Ein Gedanke zu „EKD-Statistiken: „* Stand 2013 geschätzt auf Basis der Erhebung 2005“

  1. Roland Dengler

    Damit möchte man doch nur verschleiern, dass die Kirchensteuereinnahmen gestiegen sind, allen Prognosen zum Trotz. Der aus diesen Spardebatten folgende aktionistische neoliberale Reformismus wird somit ad absurdum geführt. Das viele Geld, das die Reformen bisher verschlungen haben und noch weiter verschlingen werden (siehe Doppikeinführung in der EKHN (9 Mio + neuerdings 4,5 Mio Mehrkosten – da bahnt sich ein zweites Limburg an) ist verpulvert. Nun wurden sogar in der letzten Synode 5 Mio. (!) sog. Anschubkosten für die Dekanatsfusionen rausgehauen, die ja mal als angeblich unbedingtes Muss auf den Weg gebracht wurden, um Kosten zu sparen und sog. Synergieeffekte herbeizuführen. Alles Makulatur! Den kleinen Gemeinden aber werden im neuen Haushalt 2016 die Zuweisungen gekürzt – gleichzeitig werden die Vergütungsstunden der Kirchenmusiker per Verordnung erhöht. Einen Ausgleich dafür bekommen die Gemeinden aber nicht und müssen sehen, wo sie das Geld anderswo einsparen. Alternative: CD einwerfen und Knopf drücken. Das können die Pfarrer(innen) auch vom Altar aus tun und die historischen denkmalgeschützten Dorfkirchen-Orgeln werden im wahrsten Sinne des Wortes stillgelegt. Da spart man nicht nur die Organistenhonorare, sondern auch die Kosten für Stimmen und Wartung. Und die Anschubkosten für CD-Player und Choral-CDs sind überschaubar. Außerdem können sie dann doppisch abgeschrieben werden. Schöne neue Welt!

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