Warum wir eine für die Religionen offene Theologie brauchen. Von Prof. Wilhelm Gräb

07/2016

Ein theologischer Streit in der Öffentlichkeit, eine Auseinandersetzung um die Freiheit der Theologie als Wissenschaft, wie vor 50 Jahren, initiiert von der „Bekenntnisbewegung“: Ist dergleichen heute noch vorstellbar?

Die spontane Antwort dürfte vermutlich lauten: Nein. Doch sie stimmt nicht. Sie stimmt nicht wegen des islamistischen Terrors und nicht wegen eines christlichen Fundamentalismus. Doch dazu später. Zunächst: Binnentheologische Auseinandersetzungen interessieren in der Öffentlichkeit in der Tat nicht. Aber sobald es um Religion und Ethik, Religion und Kultur geht, um die Frage letztlich, wie wir eigentlich leben wollen, sind wir mitten in höchst lebhaften theologischen Diskursen…  Zum Artikel.

Ein Gedanke zu „Warum wir eine für die Religionen offene Theologie brauchen. Von Prof. Wilhelm Gräb

  1. Idelette Burre

    Besser kann man nicht auf den Punkt bringen, weshalb liberale Theologie heute ein Anachronismus ist. Von Bultmanns Anliegen ist in der öffentlichen Kommunikation nur geblieben: es gibt keine biblische Heilsbotschaft. Die Gesellschaft schloss folgerichtig, dem Verkündiger dieser Nicht-Botschaft kann ich nicht vertrauen, sie findet keinen „Mut zum Sein“ in unserer Theologie und Religion. Prof. Pollack hat das dezidiert nachgewiesen, die KMUV spricht Bände, besonders das Versagen kirchlicher Bildungsangebote ist dort schonungslos dokumentiert. Die hier gerühmte Esoterik ist -Gott sei Dank- nur ein Nischenprodukt geblieben. Denn die „Rechtgläubigkeit“, die in dieser Religion gefordert wird, ist intoleranter als alles, was sich Gräb vorstellen kann. Unser Konkurrenzanbieter macht grade Markt mit dem „Mut zum Tod“. Weshalb mir die Säkularisierung der Gesellschaft im Augenblick die erstrebenswertere Richtung scheint als Gräbs „religioider“ (Körtner) Realitätsverzicht.

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