„Schwarz, weiß, bunt. Vermittlungsversuche zwischen Ökonomie, Ethik und Theologie.“ (Thema des Monats)

Management ist in der Kirche ein heißes Thema. Für die einen der Teufel. Dann wird Management verantwortlich gemacht für allen Unsinn, der unter dem Label Kirchenreformen produziert wurde. es könnte aber sein, dass nicht das Management an sich für Fehlentscheidungen der Kirche verantwortlich ist, sondern falsches, schlechtes Management. – Die meisten Einstellungen, Vorurteile und Missverständnisse liegen in begrifflichen und sachlichen Unklarheiten. Vieles, vielleicht alles hängt also von einer Klärung der Begriffe und Sachverhalte ab. Dem dient das Thema des Monats Januar 2014. Wir beginnen mit einem Interessanten Vermittlungsansatz von PD Dr.rer.pol. Martin Büscher; Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDM), Wuppertal/ Bethel

aus dem Vortrag „Schwarz, weiß, bunt“:
„Das wirtschaftsliberale Modell hat reale Auswirkungen direkt auf die Politik
und indirekt auf das Lebensgefühl der Menschen, auf das was ihnen Freu-
de macht, was sie anspornt und was ihnen Angst macht.

Wie kann vermittelt werden? Wie muss Wirtschaft gestaltet werden im
Blick auf das gute Leben der Menschen, Gemeinwohl und Gerechtigkeit?
Wie muss Theologie für Seelsorge, Predigt und öffentlichem Auftreten
ausgerichtet sein angesichts wirtschaftlicher Strukturen, die das Fühlen
und Denken der Menschen und die Kultur des Zusammenlebens prägen?

St. Galler Managementmodell theologisch weiterentwickeln
Ich denke, dass die theologische Dimension des St. Galler Management-
modells noch nicht wirklich integriert und durchdekliniert ist. Das Element
der Abstufung zwischen normativem, strategischem und operativem Ma-
nagement und die Differenzierung der Anspruchsgruppen, d.h. der gesell-
schaftlichen und wirtschaftlichen Partner, der sog. Stake-holder bietet im
Unterschied zu anderen Managementmodellen natürlich die Öffnung zu
einer normativen Dimension des Managements. Diese ist nach meiner
Wahrnehmung bisher in der funktionalen Dimensionen des Managements
wie im Bezug z.B. auf eine Dienst- und Wertegemeinschaft weiterentwi-
ckelt. Das ist natürlich eine kirchliche Werteorientierung. Es entspricht
kaum aber der realen Komplexität kirchlicher Einrichtungen. Sowohl in ei-
nem induktiven Zugang als in deduktiver Form als Gestaltungsaufgabe
normativen Managements könnten komplexere Bausteine entworfen wer-
den…

Mir steht ein Profil von Diakoniewissenschaft vor Augen, das  dazu beiträgt, die ökonomischen, ethischen und theologischen Dimensionen
zu integrieren und kreative Wissenschaft zu betreiben. Theologia scientia eminenta practica.“

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