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Die Troika: Macht ohne Kontrolle

Als die griechische Regierung die Troika aus dem Land werfen wollte kam es zu einem großem Aufschrei der Kreditgeber. Doch wer genau ist die Troika und was ist ihre Aufgabe.

Arte hat eine interessante Dokumentation zur Eurokrise und der Troika gedreht. Noch kann sie in der Mediathek gesehen werden.

Die Ergebnisse der Recherche sind vernichtend:

  • Die Troika hat bewusst europäisches Recht gebrochen.
  • Die Troika steht unter keiner demokratischen Kontrolle.
  • Teilweise übernahm die Troika zentrale Funktionen der Regierungsarbeit.
  • Privatisierungen wurden weit unter Wert erzwungen.
  • Die sozialen Folgen waren von Anfang an im Programm der Troika einkalkuliert.
  • Belastungen der einfachen Bevölkerung werden von der Troika vehement eingefordert. Gleichzeitig werden Steuergerechtigkeit und Kuroptionsbekämpfung nicht zur Bedingung gemacht.

Die Europäische Union steht vor einer Zerreißprobe. Sie gefährdet die Fortschritte der europäischen Einigung. Statt sich weiter zu demokratisieren übernehmen nicht gewählte ausländische Technokraten die Regierung. Ein vereinigtes Europa versprach allen Menschen Freiheit und Wohlstand. Doch in den Krisenländern ändert sich die Wahrnehmung. Die EU zeigt sich als Fremdbestimmung und Vernichterin des Wohlstands.

Wer die Dokumentation sieht, wird den Wahlerfolg von Syriza mit anderen Augen betrachten.

dazu auch DIE ZEIT:

Das Unheil, das die Troika brachte
25. Februar 2015, von Harald Schuhmannn, 
Sie erpresste Minister, spielte sich zum Gesetzgeber auf und machte gemeinsame Sache mit den Eliten. So stürzte die Troika die Krisenstaaten wissentlich in die Rezession.

[…]

Sie wurden Opfer der willkürlichen Festlegung, dass die Gesundheitsausgaben sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht überschreiten durften. Das forderte die Troika ab 2011, obwohl ihre Auftraggeber das in den eigenen Ländern niemals wagen würden. Deutschland leistet sich zehn Prozent,…  Zum Artikel.

 

Die (katholische) Kirche und die Gewalt gegen Kinder

29. Juni 2014 Von Stephan U. Neumann (Christ in der Gegenwart)

In Irland will die katholische Kirche den Fund von 800 Kinderleichen in einem Massengrab aufklären. Um Vergebung für sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen haben Polens Bischöfe gebetet. Gewalt gegen Kinder bleibt dennoch eine schreckliche gesellschaftliche Realität.

Achthundert Kinderleichen wurden achtlos und anonym weggeworfen wie Abfall in eine ehemalige Klärgrube. Die Bevölkerung im katholischen Irland ist schockiert – mal wieder. Denn bereits seit mehr als einem Jahrzehnt berichten ehemalige Heimkinder von Verwahrlosung, Gewalt und sexuellem Missbrauch in staatlich finanzierten und „kontrollierten“ Einrichtungen, die in den überwiegenden Fällen von katholischen Ordensgemeinschaften geführt wurden (vgl. CIG Nr. 24/2009, S. 271). Noch bis weit ins letzte Jahrhundert hinein mussten Frauen, die unverheiratet Kinder gebaren, als „gefallene Mädchen“ in sogenannten Magdalenen-Wäschereien unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften… Zum Artikel in „Christ in der Gegenwart“.