„Man weiß, dass ich niemanden fürchte“ – Rezension

Häufig reduziert sich der Kirchenkampf auf die organisatorische Ebene der Bekennenden Kirche gegen die Deutschen Christen. Hinter diesen Großgewichten geraten dann die einzelnen Pfarrer und ihre Gemeinden in Vergessenheit. Doch in seinem Buch „Man weiß, dass ich niemanden fürchte“ beschreibt Hans-Heinrich Herwig das Schicksal eines Pfarrers. Karl Grain (1881-1957) war Pfarrer in Arheiligen bei Darmstadt. Obwohl Grain tief in wichtigen Theologenfamlien verwurzelt ist und seine Loyalität zum Staat anfangs nicht hinterfragt wird, kommt für ihn eine Unterordnung unter einen Reichsbischof von Hitlers Gnaden nicht in Frage.

Hans-Heinrich Herwig lässt in dieser Biographie seinen Schwiegergroßvater oft selber in Zitaten zu Wort kommen. Damit gelingt es die Geschichte eines Pfarrers uns seiner Gemeinde zu erzählen. Solidarität, Unterstützung und Konflikte sind keine Politik, sondern das Leben mit der Gemeinde vor Ort.

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