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Die Raffgier der Reichen. Wie Egoismus die Solidarität verdrängt hat. Prof. Michael Hartmann im Gespräch mit Ute Welty

11.11.2017

Viereinhalb Millionen Euro für den Vorstandschef der insolventen Airberlin, während die einfachen Beschäftigten um die Auszahlung ihrer Gehälter bangen müssen – für den Soziologen Michael Hartmann ist das symptomatisch für die Entwicklung der deutschen Gesellschaft.

„Am oberen Ende der Gesellschaft guckt jeder, dass er so viel wie irgend möglich vom gesamten Kuchen abkriegt“, sagte Hartmann im Deutschlandfunk Kultur. „Und das ist in den letzten Jahrzehnten auch in den Rest der Gesellschaft durchgesickert. Dieses Konkurrenzprinzip hat dieses gegenseitige Helfen und Unterstützen, was in den Nachkriegsjahrzehnten relativ stark war, doch weitgehend ersetzt.“…

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Deutsche Eliten: Die wahre Parallelgesellschaft? – von Prof. Michael Hartmann

1.4.2014 Aus Politik und Zeitgeschichte

Kurz vor Weihnachten 2013 gab Uli Hoeneß, damaliger Präsident des FC Bayern München, dem Bayerischen Rundfunk ein Interview. In diesem beklagte er sich, wie schon in zahlreichen Interviews zuvor, über die unfaire Behandlung im gegen ihn wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe laufenden Strafverfahren. Er sprach von einem „riesigen Prominentenmalus“, weil er der Einzige sei von über 70.000 Selbstanzeigen, „der in epischer Breite in der Öffentlichkeit dargestellt“ würde. Und er fuhr dann fort: „Von einem Steuergeheimnis kann ja schon lange nicht die Rede sein.“ Dabei vergaß er allerdings zu erwähnen, dass sich das Steuergeheimnis naturgemäß nicht auf Gelder beziehen kann, die wie seine in der Schweiz angelegten Millionen dem Finanzamt überhaupt nicht zur Kenntnis gebracht werden.

Seine Einstellung ist typisch für die meisten prominenten Steuerhinterzieher, die in den vergangenen Jahren und Monaten aufgeflogen sind. Vom ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel über den Schraubenkönig und Milliardär Reinhold Würth bis hin zur Journalistin Alice Schwarzer – alle beklagen sich über ihre Behandlung, obwohl sie eindeutig eine Straftat begangen haben, bei der es nicht um Kleinigkeiten geht, sondern zumeist um Beträge in Millionenhöhe. Offensichtlich fehlt ihnen ein Unrechtsbewusstsein, ein Gefühl dafür, was sie tatsächlich getan haben.  Zum Artikel.

49 kw Kapitalismus am Ende? SWR2 Gespräch mit Prof. Michael Hartmann

Kapitalismus am Ende? Es reicht mit den Reichen

SWR2 Impuls:

Christoph König sprach mit Michael Hartmann. Internetfassung: R. Caspary & R. Kölbel

Der Kapitalismus ist am Ende. So wirkt es zumindest, wenn man die aktuelle gesellschaftliche Debatte verfolgt. Da ist die Mehrheit der Beobachter, der Sachbuchautoren und der Gesellschaftskritiker wohl einig: Es läuft etwas schief im System. Christoph König sprach mit dem Soziologen Michael Hartmann über die neu aufgeflammte Kapitalismuskritik…  Zum Interview.