Archiv der Kategorie:
Zusammenhalt der Gesellschaft

Die Raffgier der Reichen. Wie Egoismus die Solidarität verdrängt hat. Prof. Michael Hartmann im Gespräch mit Ute Welty

11.11.2017

Viereinhalb Millionen Euro für den Vorstandschef der insolventen Airberlin, während die einfachen Beschäftigten um die Auszahlung ihrer Gehälter bangen müssen – für den Soziologen Michael Hartmann ist das symptomatisch für die Entwicklung der deutschen Gesellschaft.

„Am oberen Ende der Gesellschaft guckt jeder, dass er so viel wie irgend möglich vom gesamten Kuchen abkriegt“, sagte Hartmann im Deutschlandfunk Kultur. „Und das ist in den letzten Jahrzehnten auch in den Rest der Gesellschaft durchgesickert. Dieses Konkurrenzprinzip hat dieses gegenseitige Helfen und Unterstützen, was in den Nachkriegsjahrzehnten relativ stark war, doch weitgehend ersetzt.“…

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Sankt Martin: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“. Essay von Heribert Prantl

11. November 2017

…Fast so schön wie im zitierten Matthäus-Evangelium vom Weltgericht ist die Kultur des Teilens an einer anderen Stelle formuliert. Dort heißt es: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“. Das klingt wie ein Leitspruch zu den Verhandlungen zur Jamaika-Koalition, den der Paritätische Wohlfahrtsverband in Greenpeace-Manier an die Fassade der Parlamentarischen Gesellschaft gehängt haben könnte. Der provozierende Spruch stammt aber aus der Präambel der Schweizerischen Verfassung….

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„Adam war zunächst kein Mann“. Gespräch mit der Theologieprofessorin Isolde Karle über den Genderansatz in Bibel und Kirche.

11/2017, zeitzeichen,

zeitzeichen: Frau Professorin Karle, im Schöpfungsbericht heißt es „Gott schuf den Menschen als Mann und Frau.“ Würden Sie dem widersprechen?

ISOLDE KARLE: Zunächst einmal: Der Satz hat eine Wirkungsgeschichte nach sich gezogen, die mit dem historischen Sinn nicht mehr viel zu tun hat. Insofern widerspreche ich denjenigen, die in diesen Satz hineinlesen, dass Gott den Menschen als Mann und Frau im Sinne der neuzeitlichen Vorstellung gegensätzlicher Geschlechteridentitäten schuf. Das ist ein unhistorischer Zugang. Die Vorstellung, dass Mann und Frau prinzipiell verschiedene Menschentypen darstellen, die völlig unterschiedliche Fähigkeiten und Tugenden verkörpern, hat sich erst in der Neuzeit herausgebildet. Das ist ein modernes Konstrukt.

 

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Ehe für alle – Störfall für die Ökumene? Von Michael Roth.

Materialdienst 5/2017 erschienen 26. Oktober 2017

Unterschiedliche Stimmen in den
christlichen Kirchen

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die
sogenannte Ehe für alle, stellt kein wirklich gesellschaftliches Problem
dar. Die meisten Menschen unserer Gesellschaft begrüßen die Ehe für
alle als einen längst überfälligen Schritt, eine ernsthafte Kontroverse
ist mir in den letzten Wochen nicht aufgefallen. Die Menschen, denen
ich in den letzten Wochen begegnet bin, haben andere Themen diskutiert
– die Ehe für alle stellte für sie keine wirkliche Herausforderung
dar.1
Anders scheint die Lage bei christlichen Kirchen zu sein, die – in
Anlehnung an Jürgen Moltmanns bekanntem Diktum aus dem Jahr
1964 formuliert – „der Wirklichkeit nicht die Schleppe nachtragen,
sondern die Fackel vorantragen [wollen]“.2
Während die EKD die Ehe
für alle begrüßt, ist die römisch-katholische Kirche in diesem Punkt
wesentlich kritischer, evangelikale Stimmen reihen sich in die römischen
Bedenken ein. …

 

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Der Antisemitismus ist zurück und geht nicht mehr weg. Von Michael Lerner, Junge Kirche

11/2017, Junge Kirche, Ausgabe 3/2017

Plötzlich ist der Antisemitismus zurück. Über einhundert
Grabsteine wurden früh am Sonntag, dem
26. Februar, auf einem jüdischen Friedhof in Philadelphia
in einem Akt gewalttätigen Hasses umgeworfen,
nur eine Woche nach einem ähnlichen
Übergriff auf einen jüdischen Friedhof in Missouri.
Seit der Wahl Donald Trumps gab es hunderte von
Bombendrohungen auf jüdische Institutionen,
gleichzeitig vermelden Hochschulen einen dramatischen
Anstieg von antisemitischen Graffiti…

mehr dazu, gehe zu: Ausgabe 3/2017 (Aufstehen gegen den Hass)
dort zum Artikel „Der Anitsemitismus ist zurück..:“

Buchhinweis: „Angemessene Unternehmensbesteuerung“ von Prof. Dr. Lorenz J. Jarass und Prof. Dr. Gustav M. Obermair

09/2017

Gerade ist die 2., vollständig neu bearbeitete Auflage des Buches „Angemessene Unternehmensbesteuerung: National umsetzbare Maßnahmen gegen Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung zur Unterstützung von international abgestimmten Maßnahmen“ von Prof. Dr. Lorenz J. Jarass (Hochschule RheinMain) und Prof. Dr. Gustav M. Obermair (Universität Regensburg) erschienen.

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Jürgen Moltmann beim Welttreffen der Reformierten Kirchen.

07/2017

The “living God” challenges death and destruction, Jürgen Moltmann tells global gathering of Reformed churches

Without a vision for the future, new scientific and technological possibilities will be used for the death and destruction of humanity, according to German theologian Jürgen Moltmann, speaking at a global assembly of Reformed churches…

In the statement, “the ‘God of capitalism’ is met with the confession of the living God,” Moltmann said, “and the call for justice for the poor and the Earth is raised globally in addressing economic and financial ‘globalization’.”

Yet he warned that a concern for the victims of injustice was lacking at the centre of Reformation theology. “We pray ‘forgive us our sins,’ but where are the victims of our sinful action?” Moltmann asked. “The first issue is not the penitence of the perpetrators but the pain of the victims,” he said.

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„Der Weiberaufstand – Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen“. Zum neuen Buch von Christiane Florin.

07/2017, von Regina Nagel

…In der bundesweiten Befragung von Frauen beider pastoraler Berufsgruppen waren 85% der Meinung, dass die Herrschaft der Kirche eindeutig bei den Männern liegt und dass es Kleriker gibt, die intensiv daran arbeiten, dass dies so bleiben möge. 80% sind der Auffassung, dass Diakoninnen- und Priesterweihe eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Zur Auswahl stand bei den Fragen zum Thema Frauenordination auch ein Zitat einer Frau, die in der katholischen Kirche eine Führungsposition innehat. Sie sagte: „Wenn ich das Thema ‚Ämterfrage‘ aus meiner theologischen Qualifikation heraus überdenke, dann kommt mir die Argumentation der Kirchenleitung nahezu peinlich vor.“ 70% der befragen GR und PR unterstützen diese Aussage. 50% haben angekreuzt, dass sie in ihrer Tätigkeit als Frau in der Kirche erleben, dass sie abgewertet werden. Nur 1,4% waren der Meinung, dass Frauen von den Weiheämtern ausgeschlossen sein sollten … Mehr dazu.