Archiv der Kategorie:
Bildung

Gespräch des Bündnisses für humane Bildung im Kultusministerium zum Thema „Digitalisierung der Schulen“ Baden-Württemberg.

03/2018

Am 5.12.2017 war eine Delegation des „Bündnis für humane Bildung“ zu einem Meinungsaustausch mit Verantwortlichen für „Digitalisierung der Schulen“ im Kultusministerium Baden-Württemberg eingeladen. Dem Bündnis wurde damit die Gelegenheit gegeben, digitalkritische Positionen, konkrete Fragen und Vorschläge an das KM darzulegen, die, basierend auf der Petitionen „Trojaner aus Berlin – der Digitalpakt#D“ und dem „Offenen Brief an die Kultusminister – Irrweg der Bildungspolitik“ sowie einer ergänzenden Tischvorlage (s.u.) vorgetragen wurden. Weitere Themen des Gesprächs waren unter anderem

Einfluss der IT-Wirtschaft (Gefahren der Einflussnahme durch Sponsoring);
konkreter und vor allem wissenschaftlich valider Nutzen von Tablets bzw. mobilen Geräten in der Schule;
digitale Geräte, funktionale und dysfunktionale Mediennutzung im Elternhaus (Stichwort Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen);
die Frage, ob und ggf. wie Schulen angemessen und altersgerecht darauf reagieren (können)…

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Grundschulen: Leistungen der Schüler werden immer schlechter

Mischt Grundschüler!
KOMMENTAR VON MORTEN FREIDEL, SZ-AKTUALISIERT AM 09.12.2017-22:09

Beim Lesen sind die Leistungen deutscher Grundschüler ins Stocken geraten. Sie lernen nicht mehr, was sie können sollten – weil die soziale Durchmischung fehlt.

Das führt direkt zu den Ergebnissen der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung, die jüngst vorgestellt wurden. Seit 2001 untersuchen Bildungsforscher alle fünf Jahre, ..

2001 gehörte Deutschland noch zur Spitzengruppe. Nur in wenigen Ländern beherrschten Grundschüler das Lesen so gut. Nun steht Deutschland zwar immer noch besser da als der internationale Durchschnitt, ist aber knapp unter den Mittelwert gefallen, den die EU-Länder erreichen….

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Ausgebrannte Grundschullehrer: Ausgebrannt. Von Heike Baier, Publik-Forum

aus: Publik-Forum 21/2017 vom 10.11.2017

Heute mit dem Jugendamt verhandeln, morgen bei den Vergleichsarbeiten gut dastehen: Der Lehrerberuf in der Grundschule hat sich verändert. Viele Lehrkräfte leiden an dem Gefühl, nicht mehr allen Kindern gerecht werden zu können

…In ihre Klasse kommen Kinder, die zu Hause mit dem Gürtel geschlagen werden. Die morgens im Kühlschrank nichts zum Frühstück finden. Die im Winter ohne Strümpfe zur Schule gehen. Die Hälfte der 24 Schüler bekam die Klassenfahrt vom Jugendamt bezahlt, hundert Prozent haben einen Migrationshintergrund. Sprachvorbilder fehlen zu Hause, viele Familien sind zerrüttet. »Die Eltern sind ganz viel mit sich selbst beschäftigt und können ihren Kindern nicht helfen, weder sprachlich noch emotional«, berichtet die Lehrerin. …

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Lehrer in zehn Tagen. Der Berufsverband sieht in der Entwicklung einen „abrupten Qualitätsabfall“.

14. September 2017
Unterrichtsausfall Um Unterrichtsausfall zu verhindern, unterrichten mancherorts Menschen ohne Lehramtsstudium. (Foto: Caroline Seidel/dpa)
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In Deutschland herrscht Lehrermangel, manche Länder setzen in ihrer Not auf Seiteneinsteiger. Der Unterricht wird dadurch nicht besser, wie ein Beispiel aus Sachsen zeigt.

Von Paul Munzinger

Der Berufsverband sieht in der Entwicklung einen „abrupten Qualitätsabfall“

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Deutscher Lehrerverband : „Es fallen jede Woche rund eine Million Unterrichtsstunden aus“. DIE ZEIT

09/2017, DIE ZEIT

Laut dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes fällt viel mehr Unterricht aus, als offiziell bekannt ist. Das Problem werde von den Bundesländern verschleiert.
Interview: Thomas Kerstan

ZEIT ONLINE: Laut den offiziellen Statistiken der Kultusministerien fallen an den Schulen nur rund zwei Prozent des Unterrichts aus. Glauben Sie das?

Heinz-Peter Meidinger: Nein, ich gehe davon aus, dass es eher acht Prozent sind. Anders ausgedrückt: In Deutschland fällt jede Woche rund eine Million Unterrichtsstunden aus….

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Lehrermangel. Dieselbe „Reform“, dasselbe Trauerspiel wie in der Kirche: „Jetzt muss wirklich jeder Lehrer werden“

13. Juli 2017
Die Politik hat sich verrechnet: Bis 2025 gibt es in Deutschland eine Million Schüler mehr als gedacht. Wer darunter am meisten zu leiden haben wird, ist ziemlich klar: die Kinder.

Kommentar von Susanne Klein

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Wir haben immer weniger im Kopf. Interview von Lisa Nimmervoll mit dem Philosophen Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, in: Der Standard

27.06.17

…STANDARD: „Tablets für alle!“ lautet eine der letzten Verheißungen der im Scheidungsprozess befindlichen SPÖ-ÖVP-Koalition. Ab 2017 sollten laut Koalitionspakt „alle Schülerinnen und Schüler in der fünften Schulstufe und in der neunten Schulstufe sowie auch die LehrerInnen mit adäquaten digitalen Endgeräten (Tablets, Laptops etc.) ausgestattet“ werden. Was sagt der Philosoph, der eine „Theorie der Unbildung“ und eine „Praxis der Unbildung“ geschrieben hat, dazu?

Liessmann: Diese digitale Aufrüstung von Schulen, Schülern und Lehrern wird den Bildungsprozess nicht sonderlich positiv beeinflussen. Der materielle Aufwand steht zu den erwartbaren bescheidenen Ergebnissen in einem krassen Missverhältnis. In Amerika, wo schon sehr früh Notebook- und Tabletklassen eingeführt wurden, geht man dazu über, die Tablets wieder aus den Schulen zu verbannen. Die Manager der Internetkonzerne aus dem Silicon Valley schicken ihre Kinder bevorzugt in Waldorfschulen, an denen digitale Geräte verboten sind, weil das Ablenkungs- und Zerstreuungspotenzial durch diese Geräte massiv verstärkt wird und wichtige Lernprozesse, in denen es um die grundlegenden Kulturtechniken, die Entwicklung von Fantasie und Kreativität, die Erkundung der realen Welt geht, dadurch sabotiert werden…

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„Die Schulen werden handlungsunfähig.“ DigitalPakt Schule der Kultusminister: Irrweg der Bildungspolitik

07/2017

Offener Brief von Professoren an die Kultusministerkonferenz

…So wichtig es ist, über Zukunftsstrategien für öffentliche Schulen zu diskutieren
und bei Bedarf länderübergreifend zu kooperieren, so falsch ist es, Konzepte nur an
Digitaltechnik und zentralisierten Strukturen festzumachen. Die angeblich notwendige
„Digitalisierung aller Bildungseinrichtungen“ ist mehr Ideologie denn zukunftsweisende
Strategie. Seit wann orientieren sich Bildungsprozesse an neuer Medientechnik
oder den Update-Zyklen der IT-Wirtschaft? Geräte der Unterhaltungsindustrie
verpflichtend in den Unterricht zu integrieren ist weder pädagogisch noch bildungspolitisch
zu begründen. Es missachtet zudem die grundgesetzlich verankerte Methodenfreiheit
der Lehrenden. Diese Pakte bedienen ausschließlich Partikularinteressen
der IT-Wirtschaft und der Arbeitgeberverbände….

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