Archiv der Kategorie:
Individuum zwischen Selbstbestimmung und Fremdsteuerung

Die dunkle Seite der Wikipedia. Sendung von KenFM

12/2017

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Die dunkle Seite der Wikipedia.
Ein Film von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer

Download des kompletten Skriptes zum Film unter http://www.terzmagazin.de/terz/film/d…

Seit 2014 wird der Brockhaus, eines der renommiertesten Enzyklopädien der Welt, nicht mehr überarbeitet herausgegeben, also auf Papier gedruckt. Viele werden das gar nicht mitbekommen, denn sie informieren sich längst bei der Konkurrenz: Wikipedia, der größten Online-Enzyklopädie der Welt. Das revolutionäre an Wikipedia gegenüber dem Brockhaus ist die Art und Weise, wie Informationen gesammelt und archiviert werden.

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Wie macht man die Welt frisch? Der große Soziologe Zygmunt Baumann blickt im Gespräch zurück auf die misslungene Moderne und unsere misslungene Postmoderne. Von Andreas Zielcke, SZ.

6. November 2017,

Gesellschaft und Individuum
Nach dem Muster des Mietkaufs

Wenn ich in Kürze sterben werde“, erklärte Zygmunt Bauman seinem Gegenüber, dem Schweizer Essayisten und Reporter Peter Haffner, „weil ich ein sehr alter Mann bin, werde ich unerfüllt und unglücklich sterben. Weil es eine Frage gibt, mit der ich gerungen habe, um eine überzeugende Antwort zu finden, und mir ist es nicht gelungen. Ich weiß, dass ich die Antwort nicht mehr finden werde, ich habe keine Zeit mehr. Die Frage ist sehr simpel: Wie macht man die Welt frisch? Diese Frage stammt aus der Bibel, dem Neuen Testament. ‚Seht, ich mache alles neu‘, wird Jesus in der Offenbarung des Johannes zitiert. Es ist die Frage, wie man Worte in Taten verwandelt.“

 

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Digipolis: Die Beste aller Welten. Interview mit Petra Grimm vom Institut für Digitale Ethik

08/2017, agora

Rafael Capurro, der auch Beiratsmitglied des Instituts für Digitale Ethik ist, spricht in unserer aktuellen Ausgabe von einem globalen Cybertariat, das sich freiwillig zum Sklaven der IT-Giganten gemacht hat. Sieht er die Situation zu kritisch?
Prof. Dr. Petra Grimm ist Leiterin des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart.

Ich würde ergänzend dazu von einer digitalen Oligarchie sprechen, bei der sich die Marktmacht bezüglich digitaler Angebote, Infrastruktur und Entwicklung auf wenige Unternehmen konzentriert. Dass die Nutzer sich nicht gegen die Datafizierung ihrer Privatsphäre auflehnen und sich keine Gedanken über den zunehmenden Verlust ihrer Handlungs- und Entscheidungsfreiheit machen, hängt zum einen mit der mangelnden Aufklärung über die Folgen und zum anderen mit der mangelnden datenökologischen Verantwortung der Unternehmen und Politik zusammen. Zum Beispiel habe ich gestern mit einem Gymnasiasten der 11. Klasse über das Thema Datenschutz und Digitalkompetenz gesprochen, er hatte in der Schule noch nie davon gehört. Das zeigt recht gut, dass wir noch einen hohen Bedarf an Aufklärung haben und Privatheitskompetenz brauchen….

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Ich wüsste gern, von wem wir regiert werden. Birgit Vanderbeke.

18. Juli 2017

…Seit etwa zwanzig Jahren empfinde ich die täglichen Nachrichten und die rituellen politischen Talksendungen als einen Angriff auf meinen Verstand. Beide nehme ich allerdings regelmäßig zur Kenntnis…
Noch einmal: Uns beschäftigt hier nicht die Frage, wie ich das finde, sondern was es bedeutet, dass Privatpersonen ab einer bestimmten Größe ihres Reichtums äußerst wirksam in die globale Geopolitik eingreifen können und die Menschheit auf Gedeih und Verderb davon abhängig ist, dass die Weisheit dieser Personen in halbwegs proportionaler Relation zur Größe ihres Vermögens steht und mit demselben zügig mitwächst…
Nach all diesen Befunden könnte es so aussehen, als wäre ich der Auffassung, wir hätten keine Wahl oder wieder einmal nur die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera.

Aber da hätte man die Rechnung ohne Immanuel Kant gemacht, der den Ausweg gekannt und genannt hat….
Kurz: wir sind in der großartigen Situation, dass wir uns auch heute noch immer unseres Verstandes ohne Leitung eines anderen bedienen könnten. Allerdings sollten wir uns bei der Benutzung unseres Verstandes keinesfalls auf die Hilfe unserer Leitmedien verlassen, deren Aufgabe es im übrigen auch nicht ist, unseren Verstand zu schärfen oder unserer Mündigkeit auf die Sprünge zu helfen, sondern Inserenten zu werben, die uns zum Kauf ihrer Suppe überreden wollen, also müssen sie uns logischerweise so verblöden, dass wir nicht mehr wissen, was man mit Wasser alles kochen kann. …
Aufklärung, dieser Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, ist – genau, wie Immanuel Kant es gesagt hat – selbstverständlich eine Frage „der Entschließung und des Mutes“.

Das ist nicht erst seit gestern so. Vor uns gab es auch schon Menschen.

Bei Seneca könnte man zum Beispiel lesen:

„Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.“

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Google und Facebook halten sich für Gott

2.7.2016 Süddeutsche Zeitung

Google und Facebook leben in digitalen Allmachtsfantasien. Theologin Julia Haberer kritisiert die Größen des Internets. Sie verhalten sich wie die Kirche im Mittelalter. Sie wollen alles wissen, alles bestimmen und schotten sich vor Blicken von außen ab. Die protestantische Theologie bietet daher eine gute Grundlage um sich mit den Allmachtsfantasien kritisch zu beschäftigen.

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Psychometrie: Der Psychologe Michal Kosinski hat eine Methode entwickelt, um Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook minutiös zu analysieren

hier: 06/2017

 

Der Psychologe Michal Kosinski hat eine Methode entwickelt, um Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook minutiös zu analysieren. Und verhalf so Donald Trump mit zum Sieg.

Von Hannes Grassegger und Mikael Krogerus
Das Magazin N°48 – 3. Dezember 2016

…Lange war nicht ganz klar, wozu diese Daten gut sein sollen – ausser dass in unserem Facebook-Feed Blutdrucksenker beworben werden, weil wir grad «Blutdruck senken» gegoogelt haben. Unklar war auch, ob Big Data eine grosse Gefahr oder ein grosser Gewinn für die Menschheit ist. Seit dem 9. November kennen wir die Antwort. Denn hinter Trumps Onlinewahlkampf und auch hinter der Brexit-Kampagne steckt ein und dieselbe Big-Data-Firma: Cambridge Analytica mit ihrem CEO Alexander Nix. Wer den Ausgang der Wahl verstehen will – und was auf Europa in den nächsten Monaten zukommen könnte –, muss mit einem merkwürdigen Vorfall an der britischen Universität Cambridge im Jahr 2014 beginnen. Und zwar an Kosinskis Department für Psychometrik.

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Über blöden Komfort und falsche Helden. Von Wolfgang Schmidbauer

05/2017, agora


Warum erkennen Menschen das Richtige, billigen es – und tun dann doch das Falsche? Diese Frage wurde viele hundert Jahre lang von Moralisten gestellt (Der römische Dichter Ovid schrieb: „Das Bessere seh ich und lob ich, Schlechterem folget das Herz.“) und bezog sich auf das Handeln von Individuen, die beispielsweise wissen, dass Ehebruch verboten ist, diese moralische Haltung auch gegenüber ihrem Partner vertreten – und dann fremd gehen. Heute beschäftigt uns angesichts des Widerspruchs zwischen gutem Wissen und schlechtem Tun weniger die Moral von Individuen als die Stabilität von Staaten, der Erhalt der Biosphäre, globale Energie- oder Schuldenkrisen…… Mehr dazu.

SPD verhindert die Privatisierung schon wieder – nicht

9 MAI 2017
Ein Kommentar von Carl Waßmuth / GiB

Die Berliner Zeitung hat einen Änderungsentwurf zur Grundgesetzänderung zur Autobahnreform veröffentlicht. Klingt kompliziert und ist es auch. Aber mit etwas Geduld lässt sich das vereinfachen. Und das geht so: Die Autobahnverwaltung soll privatisiert werden, Bau und Betrieb werden geöffnet für private Investoren. Privatisierung also? Nicht mit der SPD! – sagte Fraktionschef Thomas Oppermann gegenüber der ARD-Sendung Monitor. „Auch grundgesetzlich?“ – fragte das Team noch. Doch Oppermann entschwand und sagte nur noch über die Schulter: „Das klären wir in der Beratung.“ Gut gebrüllt, Löwe. Die Beratung war jetzt, und herausgekommen ist: Murks. Noch schlimmer: Murks am Grundgesetz. Am schlimmsten ist: Mit diesem Murks kann künftig fröhlich privatisiert werden…

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