Archiv der Kategorie:
Kirche Theorie, Reform, Umbau

Kritik der aufblasbaren Kirche. Über Klerikalismus, Banalität und Gleichheit. Von Wolfgang Vögele

10/2018,

8. Fromme Nivellierungen

… Solche bewusst herbeigeführten ekklesiologischen Nivellierungen führen zu großen Verlusten an Wertschätzung. Einerseits wird das Pfarramt mit immer mehr Bürokratie und Verwaltungsaufgaben überlastet, so dass Pfarrern schlichtweg die Zeit genommen wird, theologisch tätig zu werden. Auf der anderen Seite wird insinuiert, dass die theologische Arbeit von Prädikanten, Diakonen, Ehrenamtlichen mit Sicherheit genauso gut erledigt werden könnte. Diese Unterstellung aber verwechselt das Billige und das Qualitätvolle. Ehrenamtliche erledigen Arbeit kostengünstiger, aber keineswegs zwingend qualitätvoller. Theologie erscheint in diesem Kontext nicht mehr als ein Bündel anspruchsvoller Kompetenzen, um sich selbständig und ohne klerikal-obrigkeitliche Bevormundung mit allen möglichen Themen der Bibel, des Glaubens, der Ethik auseinanderzusetzen und dazu ein begründetes Urteil abzugeben….

zum Artikel

„Nicht mehr gegen etwas, sondern dafür?“ Brauchen die Kirchen affirmative Intellektuelle?

10/2018

Ein Zwischenruf. Von Andreas Mertin.

…Ludwig XIV. gilt historisch als anekdotisches Beispiel dafür, dass die nicht wahrgenommene Kritik zum Ende einer Institution führen kann.

Und manche Kirchenleitung gebärdet sich bis in die Gegenwart wie der Sonnenkönig.

Es besteht also ein vitales Interesse der Kirche an einer Kritik von innen und von außen. Und dabei muss man nicht einmal zwischen guter und schlechter Kritik unterscheiden – die ja schnell zu einem Geschmacksurteil würde. Auch die zugespitzte Satire in den Karikaturen des 19. Jahrhunderts, die gegenüber der Kirche und den Klerikern sicher nicht wohlwollend war, war dennoch ein guter Indikator dafür, was in der Kirche schieflief…

Mehr dazu..

Unruhen im Bistum Trier wegen Bistumsreformen: Protest gegen die Bistumsreform – 5 vor 12

10/2018

Protest gegen die Bistumsreform – 5 vor 12
Am Samstag, den 20. Oktober 2018 um 11:55 Uhr findet eine zentrale Protestkundgebung auf dem Domfreihof am Bischofsitz in Trier statt.
Die Initiative ruft alle, die mit der Zerschlagung der Pfarreien und Kirchengemeinden nicht einverstanden sind, zur Teilnahme auf.
Der nebenstehenden „5vor12 Flyer“ kann ausgedruckt und weitergegeben werden.

Ab sofort können Flyer und Plakate über initiative-kirchengemeinde@gmx.de angefordert werden.
Unterstützt werden wir von den Landräten Dr. Joachim Streit, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Udo Recktenwald, Landkreis St. Wendel. Die Briefe an unseren Bischof sind nebenstehend einzusehen.

Mehr dazu.

„Maximalschaden“ im Pina Bausch Tanztheater: Und dann kam die McKinsey-Beraterin. Fatale Folgen wie in der Kirche?

23. September 2018, 18:51 Uhr

…Ein gescheitertes Güteverfahren und ein Stadtdirektor, der im Konflikt auf eine „Wachstumsexpertin“ setzte: Wie Pina Bauschs Tanztheater versenkt wird – die Geschichte des Wuppertaler Debakels.

Von Dorion Weickmann
Am 13. Juli wurde Adolphe Binder, die Künstlerische Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, fristlos gekündigt. Sie reichte Kündigungsschutzklage ein, vor wenigen Tagen hat sie eine richterliche Mediation abgelehnt. Damit ist der Maximalschaden eingetreten. …

Mehr dazu.

Großwetterlage der Ev. Luth. Landeskirche in Bayern

06/2018, Korrespondenzblatt

Die Großwetterlage
Frühjahrsbericht des Vorstands

Das sind im Moment viele Themen,
Fragen, Entscheidungen: PuK,
Landesstellenplanung, Doppik für
Kirchengemeinden, Miteinander
der Berufsgruppen, Assistenz im
Pfarramt, Immobilienkonzepte,
Verwaltungsdienstleistungsgesetz,
Vorsteuerung – um nur ein paar
wesentliche Beispiele zu nennen.
Jede Menge Prozesse laufen gleichzeitig,
überlagern sich, manchmal
konterkarieren sie sich auch.

vgl. S. 121 – 131 (print)

 

Baden: 6 Jahre Amtszeit der Pfarrvertretung gehen zu Ende: Rechenschaftsbericht für die Amtsperiode 2012 – 2018

06/2018, Pfarrverein Baden

mit den Themenfeldern:
– Übernahme zusätzlicher Dienste in
der Gemeinde für die PfarrerInnen im
Schuldienst
– Ruhestand mit 67
– Umstellung von Landes-auf Bundesbeamtenbesoldung
– Arbeitsbelastung und Pfarrrbildprozess
– Dienstgruppen-Rechtsverordnung
– Salutogenese

u.a.

mehr dazu, vgl. S. 212-214 (print)

 

Hannover: Kirche kaputtreformiert ?

06/2018, korrespondenzblatt Bayern

Aktenstück 98 – ein Papier verändert die Landeskirche Hannovers

von P. Andreas Dreyer, Vorsitzender des
Hannoverschen Pfarrvereins

Hannover: Rechte aus einer Stelleninhaberschaft
und einer Bestallungsurkunde
weitgehend aufgegeben

Ein Bestandsschutz
für Pfarrstelleninhaber*innen,
stets leitendes Prinzip bei früheren
Reformvorhaben, wurde nun
nicht mehr gewährt. Damit waren
aus pastoraler Sicht die zentralen
Rechte aus einer Stelleninhaberschaft
und einer Bestallungsurkunde
weitgehend aufgegeben…

In einigen besonders betroffenen
Kirchenkreisen wurde der Pfarrstellenbestand
auch über die zunächst
anvisierten 25% hinaus reduziert,
regional bis zu 50%. …

: statt eines kirchlichen
Aufbruches und einer von lebendigen
Regionen getragenen Landeskirche
„im Aufbruch“ waren nahezu
überall spürbare Rückgänge
kirchlicher Aktivität zu verzeichnen
– und zwar stärker als in anderen
Landeskirchen! …

Einzelne Kirchenkreise
hatten für einen Zeitraum von 1995
2015 bis zu 40% (!)der Kirchenmitglieder
eingebüßt, während andere
ihre Mitgliederzahl ungefähr stabil
halten konnten, …

mehr dazu, vgl. S. 133-136

 

Zu den Wirkungen des neoliberalistischen Gesellschaftskonstrukts auf die evangelische Kirche Kirche im Zeitalter des Neoliberalismus. Von: Frank Weyen, Dt. Pfarrerblatt

05/2018, Dt. Pfarrerblatt, – PD Dr. theol. Frank Weyen, Jahrgang 1965, Privatdozent an der Universität Zürich und Gemeindepfarrer in Wanne-Eickel (Ruhrgebiet).

Das neoliberalistische Wirtschaftsmodell hat seinen Siegeszug durch die westlichen Gesell­schaften ungebremst vollzogen. Die Kirchen blieben davon nicht verschont. Frank Weyen stellt in seinem Beitrag zunächst die Grundlagen neoliberalistischen Denkens dar. In einem zweiten Schritt arbeitet er heraus, wie neoliberalistische Denk- und Gestaltungsformen in kirchlichen Debatten und Verlautbarungen Einzug hielten, um daran anschließend zu skizzieren, zu welchen absehbaren Konsequenzen diese Strategien in der Kirche führen werden.

 

Mehr dazu.

 

Anm. F.S.: Lange hat es gedauert. Nun konstatiert man auch in der Universitätstheologie die Einbettung der kirchlichen Reformprozesse im Gefolge von „Kirche der Freiheit“ in die neoliberalen, globalen Veränderungsprozesse.  Dass hier weiterer Forschungsbedarf besteht ist offensichtlich. Freunde oder Förderer werden sich vermutlich wenige finden. Dass der Protestantismus in alte, überwunden geglaubte Denkmuster, etwa im Verhältnis Kirche -Staat, zurückfällt ist nicht nur bedauerlich, sondern gefährlich. Man vergleiche dazu nur die merkwürdige, gestrige Haltung des Bischofs Bedford-Strohm gegenüber dem „Kreuzzug“ Söders.

 

Reformatorische Impulse für Gegenwart und Zukunft. Von: Ralf Kötter

04/2018, Deutsches Pfarrerblatt

In der zeitgenössischen Theologie wird gerne auf den historischen Graben zwischen Reformation und Gegenwart hingewiesen. Luthers Denken bewege sich ausschließlich auf einer theologischen Ebene, die mit den heutigen Kontexten inkompatibel sei. Der Mensch stehe als verzweifelter Sünder vor Gott, dessen Rechtfertigung allein aus Gnade die Angst vor dem endzeitlichen Strafgericht überwinde. Deshalb könne heute nur eine klare Absage an Versuche gemacht werden, moderne Herausforderungen als Thema reformatorischer Theologie und Kirche anzuerkennen. Ralf Kötter formuliert sechs Thesen als Denkanstöße, den historischen Graben nicht gar zu »garstig« werden zu lassen.*

Mehr dazu.

ELK Sachsen: Initiative „Zurück auf Los“ fordert Korrekturen an der Strukturreform der Landeskirche.

04/2018, Beitrag vom 5. April 2018 von kirchenbunt

Initiative von Pfarrern, Kirchenvorstehern und engagierten Gemeindegliedern veröffentlicht, Eingabe an die Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Die Initiative „Zurück auf Los“ bittet die Synode ihrer Landeskirche, die Gesetzesvorlagen zur Strukturreform zu ändern. Dabei soll u.a. auch die angestrebte Regionalisierung nicht – wie vorgesehen – in die Kirchenordnung aufgenommen werden. Weitere Forderungen sind u.a.: „ein Höchstmaß an finanzieller Eigenverantwortung in Ausgaben und Einnahmen“ der Kirchengemeinden, Rückverselbständigung von Kirchengemeinden die sich zum Kirchspiel oder zur Fusion drängen ließen, „um die Chance auf die Besetzung der Pfarrstelle zu erhöhen“ und die Möglichkeit, „alternativ zu landeskirchlichen Finanzierungen eigenständige Lösungen aus Stiftungsmitteln, Spenden, Pachten, etc. zu finden“…

Mehr dazu.