Archiv der Kategorie:
Alternative Reformkonzepte

Pfarrverein Rheinland: EKiR: Kritik an einer allenfalls bedingt lernfähigen Reformpolitik.

EKiR: Bericht des Vorsitzenden des Ev. Pfarrvereins im Rheinland Friedhelm Maurer
auf der Mitgliederversammlung am
6.11.2017 in Bonn

…Ich nenne nur zwei Stichworte: NKF
und Verwaltungsstrukturreform. Hier
wird Verwaltung, deren einziger Sinn es
doch ist, den Dienst in Verkündigung
und Seelsorge zu unterstützen, zu einer
eigenen Macht, die neue Wirklichkeit
setzt und das Wesen von Kirche so ver-
ändert, das am Ende eine Behördenkirche
herauskommt, die auf jeden Fall
noch genug Geld hat, ihre Funktionäre
zu bezahlen, aber nicht mehr die Kraft,
missionarisch in die Welt zu wirken.
Damit der Verwaltungsaufwand nicht
noch weiter wachsen muss, soll die Anzahl
der Kirchengemeinden weiter reduziert
werden. Die Katholische Kirche
macht uns solche Strukturreform in gro-
ßem Ausmaß vor, auch dazu gibt es genug
Kritik von der Basis, die aber ob
der hierarchischen Struktur dieser Kirche
noch weniger Gehör findet…

Mehr dazu, vgl. S. 2ff

EKiR: KirchenBunt stellt sich neu auf

Beitrag vom 21. Dezember 2017 von kirchenbunt

Bei der Mitgliederversammlung am 16. Dezember in Leverkusen wurde von den Anwesenden ein erstes Fazit der Arbeit des Vereins gezogen. Dabei gab es sowohl positive wie auch kritische Rückmeldungen. Enttäuscht zeigte man sich darüber, dass nach wie vor an den Reformprozessen festgehalten und die Stärkung der mittleren Ebene weiter zementiert wurde…

Mehr dazu.

„derzeit etwa 290 Vikarinnen und Vikare pro Jahr in EKD-Kirchen ordiniert.“ Zwischenruf in Zeiten des Umbruchs. Von Andreas Kahnt.

12/2017 Deutsches Pfarrerblatt

 

…Der Veränderungsdruck ist da und er belastet. Deshalb fordert der Verband die Kirchen auf, gemeinsam mit Pfarrvereinen und Pfarrvertretungen nach Wegen zu suchen, die den Druck mindern und die Freude am Pfarrberuf mehren. Pfarrerinnen und Pfarrer wollen und müssen in allen Belangen gehört werden, in denen es um ihren Beruf geht. Es gilt, nicht über sie zu reden, sondern mit ihnen. Dem dürfen sich Personalverantwortliche und Kirchenjuristen nicht entziehen. Die Tendenz in einigen Kirchen, Personalverantwortung in die Kirchenkreise zu verlagern, mag Probleme in die mittlere Ebene transportieren. Gelöst werden sie nicht. Besonders dann nicht, wenn Pfarrvertretungen plötzlich keine Begleitung zu Personalgesprächen mehr anbieten können, weil Pfarrvertretungsgesetze nur für die landeskirchliche Ebene ausgelegt sind. Irritationen dieser und ähnlicher Art sind zu vermeiden, um das ohnehin oft angespannte Verhältnis nicht zusätzlich zu belasten. Wenn die Kirchen im Nachgang zum Reformationsjubiläum also aufbrechen sollen, dann werden sie das vernünftigerweise nicht ohne diejenigen tun, die aufgrund ihrer theologischen Kompetenz im täglichen Dienst Reformation ­leben und lehren….
Wenn die Zahlen stimmen, werden derzeit etwa 290 Vikarinnen und Vikare pro Jahr ordiniert. Das ist ein gutes Drittel des Bedarfs zur Besetzung freiwerdender Stellen. Regional gibt es Unterschiede, aber die Tendenz ist deutlich: Bei im Großen und Ganzen gleichbleibenden Voraussetzungen und Erwartungen an den Pfarrberuf wird die Zahl derer, die diese Erwartungen erfüllen sollen, deutlich kleiner…
Dem Pfarrberuf und damit der Kirche wird es guttun, wenn strukturell gesundheitsgefährdende und die Arbeitszufriedenheit belastende Bedingungen abgebaut und zügig unterbunden werden. Die Attraktivität des Berufs wird dadurch gesteigert, Pfarrerinnen und Pfarrer bleiben engagiert auch in schwierigen Arbeitsbereichen wie in der Fläche oder an urbanen Brennpunkten und wirken als Vorbild für andere. Gesellschaftliche Umbruchsituationen schrecken sie nicht, auch nicht die Vision einer Kirche, der nur noch 30% der Bevölkerung oder regional weniger, teils viel weniger angehören.

Mehr dazu.

Neue Schläuche für jungen Wein. Vortrag von Prof. Paul Zulehner.

11/2017

Landeskomitee der KatholikInnen Bayerns,
München, 10.11.2017
mit Paul M. Zulehner


 „from fate to choice“ – „vom Schicksal zur Wahl“
(Peter L. Berger)

 Ergebnis: nicht „Säkularisierung“, sondern
„Verbuntung“ (=Pluralismus: viele
Weltanschauungen, Vielfalt auch unter den
Christen: Kirchliche, Religiöse, Atheisierende,
Skeptiker) – Berger: The Many Altars of
Modernity, 2015.

 „Wahl“-entscheidend ist die Stärkung von
Gratifikationen, weniger die Behebung von
Irritationen….

gehe zu: rechte Spalte:

München, 10.11.2017: Neue Schläuche für jungen Wein. Landeskomitee der Katholiken Bayerns MP4 | PDF

Neues aus dem Verband evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer. Peter Haigis, Deutsches Pfarrerblatt.

10/2017, deutsches Pfarrerblatt

 

Bei der Delegiertenversammlung des Verbandes evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer im September in Münster wurde nach sechsjähriger Amtszeit ein neuer Vorstand gewählt. Da der Pfarramtskalender 2018 samt Anschriftenverzeichnis bereits gedruckt und ausgeliefert ist, seien hier die wichtigsten Informationen kurz zusammengestellt:

In seinem Amt als Vorsitzender des Pfarrverbands wurde bestätigt Pastor Andreas Kahnt (Oldenburg), der nun auch für die kommenden sechs Jahre den Verband führen wird….

 

http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/index.php?a=show&id=4371

Kirchenreform: Die Alternative zu stupiden Abbauprozessen. Ansatz der Reformierten Kirche Basel-Stadt

09/2017
Die reformierte Kirche Basel-Stadt will sich gegen gängige Abbaukonzepte sperren.
Sie weist auf ihren Erfolg bei der Umstellung der Finanzierung der Kantonalkirche in der
Vergangenheit. Dies Konzept will sie in der Zukunft ausbauen. Und damit den allseits bekannten
„Reform“-konzepten trotzen.

gehen Sie auf der Seite unten zum download: 1291_2-perspektiven-2015-2025-korrigiert001

Schon auf der Startseite sehen Sie, worum es geht. Ausführlicher dargestellt
ist dieser Teil dann in Kapitel 5, S. 25(ff).

Verschwunden, nicht gestorben. Warum sich die Raumsoziologie (trotzdem) wieder mit dem Dorf beschäftigen sollte.

Veröffentlicht am 30. August 2017, von Annett Steinführer, Helmholtz-Zentrum
für Umweltforschung – UFZ
…Nosing around – das war das Credo der Chicago School, auf die sich die Raumsoziologie noch heute gern beruft. Doch nicht nur die Agglomerationen und die Kreativen oder Verdrängten dort verdienen diese Aufmerksamkeit. Eine wie auch immer genannte Land-, Dorf-, Siedlungs- oder Regionalsoziologie sollte sich auch für vermeintlich unspektakuläre Lebenswelten in anderen siedlungsstrukturellen Zusammenhängen interessieren….

Mehr dazu.

Auf ihm bestehen, nicht ihm verfallen. Die katholische Kirche auf dem religiösen Markt. Von Prof. Dr. Rainer Bucher, Graz.

07/2017, in: magazin für missionarische pastoral 2/2017

…Ob sie will oder nicht: Die katholische Kirche ist auf dem religiösen Markt angekommen. Sie muss unter den Bedingungen des kulturell hegemonialen Kapitalismus bestehen. Rainer Bucher analysiert, welche Konsequenzen sich daraus für die Pastoral ergeben und wie das zweitvatikanische Programm zur Bewältigung dieser Umbruchsituation aussieht. Kirche und Pastoral, Mittel und Zweck sollten nicht mehr vertauscht werden.

…Der Weg der Kirche in die Zukunft führt, will man ihn „planen“, am ehes­ten über eine Analyse jener kirchlichen Orte, an denen sie unter postmodernen Kontexten „funktioniert“ – und zwar im Sinne des kirch­lichen Auftrages, ein „Zeichen und Werkzeug des Heils“ zu sein. Das sind jene pastoralen Orte, wo man ehrlich und aufmerksam ist, wert­schätzend und solidarisch, wo Kirche sich schmutzig macht, wo es zu einer kreativen Konfrontation von Evangelium und heutiger Existenz kommt, wo man Gott also im Heute und nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft sucht, um den Papst zu zitieren. Solche Orte gibt es, in der Caritas und der Kategorialpastoral, in der Liturgie und für viele in Klöstern und bei geistlichen Menschen. Es gibt sie sicher auch in Pfar­reien und in vielen pastoralen Neuinitiativen der letzten Jahre….

Zum Aufsatz.

Alles klar? – Die Zukunft der Kirche aus der Sicht ihrer Führung. Ergebnisse einer Umfrage unter Führungskräften.

07/2017

von Valentin Dessoy, Ursula Hahmann, Gundo Lames

„Kirche soll dialogischer, partizipativer, adressatenorientierter werden“

Ausgewählte Ergebnisse der Befragung kirchlicher Führungs- und Fachkräfte zu Kirchenentwicklung und -führung in Deutschland 2016/2017

Für 29% der Befragten gehören die Rahmenbedingungen kirchlichen Handelns („kirchliche Faktoren“) zu den zentralen Herausforderungen auf dem Weg in die Zukunft [vgl. Kap. 2.1.4., Abb. 26]. Der wahrgenommene Relevanzverlust sowohl im Blick auf den einzelnen als auch in Bezug auf die Gesellschaft steht dabei ganz oben an (62% der Aussagen zu den kirchlichen Faktoren). Zu diesem Befund passen die Aussagen zu den organisationalen Rahmenbedingen (vgl. Abb. 30), die als große Herausforderung gewertet werden (38% der Aussagen zu den kirchlichen Faktoren). Die Rangfolge der Nennungen ist eindeutig: Mitliederverlust (50% der Nennungen) und der Rückgang der finanziellen Ressourcen (30% der Nennungen) stehen ganz oben, gefolgt von Rückgang des Personals, inadäquaten Produkten und inadäquaten Strukturen. Unsere Hypothese lautet: Ein großer Teil der Führungs- und Fachkräfte hat bei allen Unterschieden im Detail in der Analyse klar, dass die Kirchen v.a. ein Adressatenproblem haben, das im Kern auf den fortschreitenden Relevanzverlust kirchlichen Handelns zurückzuführen ist. Dies impliziert die Notwendigkeit, dringend eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die christliche Botschaft wieder „anschlussfähig“ (also kontextualisiert) werden und für das Leben der Menschen heute Plausibilität und Bedeutung gewinnen kann. Hier kann an die zuvor genannte These angeschlossen werden: Kirchliches Handeln und Entscheiden gewinnt Relevanz, wenn es die Themen der Menschen im gesellschaftlichen Diskurs aufgreift und damit sichtbar machen kann, wie und für wen Kirche beansprucht da zu sein.7..

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