Archiv der Kategorie:
Akteure, Führungskräfte, Berater

Menschen mit antisozialen Charaktereigenschaften sind in Führungspositionen überdurchschnittlich stark vertreten… Von David Pfeifer, SZ.

26. Dezember 2017,

Narzisst und Leumund

Welche Typen Karriere machen – und dann der Firma schaden.

Von David Pfeifer

Wer denkt, dass der eigene Chef ein Arschloch ist, muss nicht recht haben. Aber die Wahrscheinlichkeit spricht dafür. In einer großen Studie hat die Wirtschaftswissenschaftlerin Joanne Lindley vom King’s College in London untersucht, welche Auswirkungen charakterliche Defekte auf die berufliche Entwicklung haben. Ihr unschönes Fazit: Menschen mit antisozialen Charaktereigenschaften sind in Führungspositionen überdurchschnittlich stark vertreten…

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EKHN-Herbstsynode: wird die Einführung der kaufmännischen Buchführung für die Gemeinden überdacht? Kurzer Kommentar von Friedhelm Schneider

12/2017

Bei der Implementierung der Doppik in den Pilotregionen der EKHN kam es zu massivem Stress, Problemen und Frust,  die teilweise bis heute nicht behoben sind. So exisitert in einer Pilotregion seit 2015 keine Eröffnungsbilanz.
Dennoch hatte der Leiter der Kirchenverwaltung schon früh darauf gedrungen, den „Roll-out“ auch in anderen Regionen fortzusetzen. Ab 2018 soll dies in zwei weiteren Regionen erfolgen. Auf der Synode soll er nun auch öffentlich Zweifel am Sinn der Doppik auf Gemeindeebene geäußert haben. Diese Information basiert noch auf dem Bericht eines Teilnehmers. Wenn das zutreffen sollte, dann hätte Herr Striegler nun – endlich – auch erkannt, was Kritiker schon seit Jahren wissen: dass die Doppik kein adäquates Instrument der Steuerung der Finanzen der Kirche ist. Auf der Gemeindeebene schon gar nicht. Aber auuch auf der Ebene der Gesamtkirche überwiegen die Nachteile.
Wenn Striegler nun wirklich einen Rückzieher machen will, was tatsächlich viel weiteren Frust und Mehrbelastung der MitarbeiterInnen in anderen Regionen ersparen würde, dann sollte er das bald tun. Denn auch die Rückkehr zur Kameralistik ist ja nicht ohne Mehraufwand (und neuen Kosten) zu haben. Je weniger Regionen also von einer Rückkehr zur Kameralistik betroffen sein sollten – um so besser.

EKHN-Herbstsynode: Wiederwahl des Leiters der Kirchenverwaltung und Finanzdezernenten.

12/2017

Kirchensynodalausschuss schlägt in Vorschlag mit dem Benennungsausschuss vor:

Heinz Thomas Striegler.

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Die Wiederwahl erfolgte mit 78%!

Anm:

Das Ergebnis spiegelt schon ein gehöriges Maß an Misstrauen unter den Synodalen.

Aber was muss denn eigentlich passieren, dass eine Führungskraft nicht bestätigt wird?

Striegler ist verantwortlich für die Einführung der Doppik. Insbesondere für die krisenartigen Zustände der Pilotprojekte.

Er ist verantwortlich für Kostensteigerungen von offiziell (!) rund 150%. Es waren einmal 9 Mio. für das Projekt veranschlagt.

Er ist vielleicht allein, aber doch auch, verantwortlich für eine phantasielose Finanzpolitik, die nur eines kennt: Rücklagenbildung.

Er ist verantwortlich dafür, dass sich die Mär sinkender Kirchensteuern noch zu Zeitpunkten verbreitet wurden, als davon längst keine Rede mehr sein konnte. Und dass sich diese Stimmung über die Mittelsmänner und -frauen in den Köpfen der Gemeinden eingenistet hat und dort zu depressiven Verstimmungen führte.

Er ist dafür verantwortlich, dass…

Wie ist eine solche Wahl zu werten?

Christoph Bergner diagnostizierte schon vor 5 Jahren:
„9. Die Fluktuation von Ehrenamtlichen ist gestiegen. Gerade kompetente Mitglieder ­haben die Synoden in den letzten Jahren verlassen. Der Niveauverlust und die hohe Fluktuation erleichtern die Durchsetzung von Reform­schritten.“ – Niveauverlust und hohe Fluktuation erleichtern nicht nur die Durchsetzung von Reformschritten… Mehr dazu.

Patentrezepte reichen nicht. Steigende Anforderungen an Organisationen und ihre Führung.

07/2017, von Benedikt Jürgens

…Patentrezepte, Tools und einfache Lösungen helfen Managern und Führungspersönlichkeiten jedenfalls angesichts der rasant steigenden Komplexität nicht weiter. Vielmehr brauchen sie einen weiten Horizont, ein tiefes Verständnis für Möglichkeiten und Grenzen und damit der Kontingenz der zahlreichen Organisations- und Führungsmodelle. Schließlich benötigen sie vor allem die Fähigkeit und den Mut, eigene Modelle zu entwickeln, die an die jeweilige Organisation und ihr Umfeld anschlussfähig sind, für die Führungskräfte verantwortlich sind. Die Führungskräfte von morgen müssen so sorgfältig wie noch nie auf ihre Aufgabe vorbereitet werden…. Mehr dazu.

Österreich: Kongress christlicher Führungskräfte in Göttweig

3. Mai 2017

„Die Kirche bekennt sich zum Unternehmertum und zum gewinnorientierten Wirtschaften. Allerdings mit der Bedingung, dass dabei die Würde der Arbeitnehmer und ein schonungsvoller Umgang mit den Ressourcen der Welt beachtet werden“, unterstich der römisch-katholische Bischof Alois Schwarz und betonte zugleich auch die Selbstverpflichtung der Kirche hinsichtlich dieser Prinzipien.

Unter dem Motto „Future Wealth. Werte – Wohlstand – Wachstum“ gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Frage nach, wie Wirtschaftswachstum und Gemeinwohl in Einklang zu bringen sind. Österreichs Wirtschaft werde vor allem von Klein-und Mittelbetrieben dominiert. Auf diese Realität müssen Kirchen noch viel stärker eingehen, hieß es etwa beim dreitägigen Kongress, der heuer bereits zum dritten Mal stattfand….

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„Nicht die Menschen entfernen sich von der Kirche, sondern die Kirche entfernt sich von den Menschen…“ Führen und Leiten in der Kirche 1991-2016. Ein Rückblick und eine Evaluierung.

Freising, 24.11.2016: Führen und Leiten in der Kirche 1991-2016. Ein Rückblick und eine Evaluierung, von Prof. Paul Zulehner
Nicht die Menschen entfernen sich von der Kirche, sondern die Kirche entfernt sich von den Menschen…

Mehr dazu vgl. rechte Spalte, Rubrik Vorträge, dort: Freising: 24.11.2016

Aus Anlass des 10 Jahrestages wieder gelesen zum Thema Umbauprozess „Kirche der Freiheit“: Angst und Ausblendung. Begann mit dem Papier „Kirche der Freiheit“ ein Irrweg? Von Dr. Dieter Becker

06/2016

Die Publikation von „Kirche der Freiheit“ jährt sich zum 10. mal. Das ist Anlass, in den Wort-Meldungen frühere Artikel noch einmal neu aus der zeitlichen Entfernung zu lesen. Denn manches versteht man im Nachhinein und im Abstand besser.

Begann mit dem Papier „Kirche der Freiheit“ ein Irrweg?

Zu erinnern ist daran, dass das „Kirche-der-Freiheit-Papier“ und der Reformprozess nachhaltig vom  „Arbeitskreis Ev. Unternehmer“ AEU beeinflusst wurde. Der AEU… hatte sich um die Jahrtausendwende eine neue strategische Zielbestimmung gegeben,  … sollte nun eine aktive Beteiligung in den Kirchengremien erfolgen. Als Theologe, Betriebswirt und Mitglied des AEU seit Mitte der 90iger Jahre begrüßte ich diesen strategischen Wechsel. Doch inzwischen ist bei mir der Verdacht entstanden,  dass das AEU- Engagement in Verbindung mit gleichgesinnten EKD-Kräften einer Art von kirchlichem Reformbürokratismmus Vorschub geleistet hat, der für die Kirche eine einzige, alternativlose und zentral gesteuerte Lösung zu etablieren sucht… Dabei scheint mir mit Angstszenarien und systematischer Ausschaltung kritischer Stimmen gearbeitet zu werden…

Der vollständige Text aus „Zeitzeichen“ 2012.

„Fernab jeder redlichen Bilanz…“ Leserreaktionen auf einen Lobgesang auf die EKD-Reform von Rainer Clos in den „Zeitzeichen“.

11.06.16, Zeitzeichen, Artikel von Rainer Clos: „Der Überraschungscoup“

Leserreaktion von Manfred Jeub, 03.06.2016 14:02:

„Fernab jeder redlichen Bilanz betätigt sich hier ein Journalist (aus den eigenen Reihen!) als Apologet einer auf falschen Annahmen beruhenden und mit falschen Mitteln arbeitenden, misslungenen Reform: tendenziös bis in die Wortwahl hinein. Kritik und minutiöser Aufweis der Reformschäden, wie sie gleich jahrgangsweise z. B. im Dt. Pfarrerblatt dokumentiert sind, wird verschwiegen oder verniedlicht und selbst die Autorin des Buches „Kirche im Reformstress“ soll noch als Zeugin für positive Wirkungen des Reformpapiers herhalten. In der Überschrift spricht der Autor wahr, ohne es zu merken: In der Tat, die Vorgehensweise war ein „Coup“, das Handstreichverfahren eines selbsternannten Thinktanks. Diese Kamarilla maßte sich gar an… Mehr dazu – bis ans Ende der Seite durchscrollen!

 

dazu auch:  Kirche der Freiheit – Abgesang auf ein kirchliches Altpapier,  von Andreas Reinhold,

„Reformen werden nicht von oben verordnet, sondern vollziehen sich von unten her.“
Dies wäre aber ein notwendiger Reinigungsprozess, der Voraussetzung dafür ist, dass adäquate Reformen angestoßen werden – und zwar dieses Mal von unten! Denn nicht nur die 5. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung macht deutlich, wo Kirche verortet ist: in den Gemeinden und in den Diensten und Werken, die für jedermann ersichtlich konkrete Arbeit am Menschen leisten. EKD, Landeskirchen, ja selbst Kirchenkreise bleiben für die meisten abstrakte Größen, die nur wenig Bindungskraft entwickeln. Die besitzen aber nachweislich immer noch die Kirchengemeinden vor Ort… vgl. hier.

Klaus Winterhoff, scheidender Finanzdezernent der EKvW, mahnt harte Strukturmaßnahmen und weitere „Reformen“ an. Kirche vor weiterem Umbruch? Von Pfr. Hans-Jürgen Volk.

05/2016, Von Hans-Jürgen Volk

Klaus Winterhoff gehört zu den grauen EKD-Eminenzen, die in den vergangenen Jahren die Umbauprozesse innerhalb der EKD und den evangelischen Landeskirchen maßgeblich angeregt und gesteuert haben. Bis vor kurzem war er Vizepräsident und Finanzdezernent der Ev. Kirche von Westfalen sowie Mitglied im Rat der EKD und Vorsitzender des einflussreichen EKD-Finanzbeirats.

In einem Gespräch mit epd anlässlich seines Ausscheidens aus der westfälischen Kirchenleitung fordert Winterhoff weitere „Reformen“: „Der Status quo hat nirgendwo Verheißung – am allerwenigsten in der Kirche.“ Nach dem Reformationsjubiläum sei ein „Kassensturz“ fällig, so Winterhoff und beklagt ein „weiteres Absinken der Kirchensteuereinnahmen“ um das Jahr 2020. Als Grund benennt er, dass dann die geburtenstarken Jahrgänge verstärkt in den Ruhestand gehen werden.

Winterhoff irrt. Er liegt mit seiner Einschätzung ebenso falsch, wie bereits im Jahre 2008. Damals stiegen die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln nach dem Einbruch in den Jahren 2004 und 2005, der vor allem der von rot-grün auf den Weg gebrachten Steuerreform geschuldet war, bereits deutlich an – 2006 um + 6,4 %, 2007 um ca. + 8,5 %. Beim Einbringen des EKD Haushalts 2009 äußerte sich Winterhoff wie folgt: „Angesichts der weiterhin absehbaren Kirchensteuerrückgänge infolge der demographischen Entwicklung, der Unbeständigkeit wirtschaftlicher Entwicklungen in einer globalisierten Welt sowie der anhaltenden Tendenz der deutschen Steuergesetzgebung zur Verlagerung des staatlichen Steueraufkommens von den einkommensabhängigen zu den verbrauchsorientierten Steuerarten, muss diese Entwicklung nach wie vor als vorübergehend angesehen werden.“ Tatsächlich entwickelten sich die Kirchensteuereinnahmen in den Folgejahren überaus positiv. 2006 lag das Aufkommen bei 3,988 Milliarden Euro, 2014 bei 5,2 Milliarden… Zum Artikel.