Archiv der Kategorie:
Theologie und Kirchengeschichte

Kath. Kirche: „dass eine ganze Reihe von heutigen Problemen doch genau die Probleme sind, die man damals (1968ff) diskutiert hat“

02.06.2017, domradio.de

Ein Interview mit Kirchenhistoriker Wolf zur Bedeutung der 68er-Bewegung für die Kirche
„Der Aufbruch ist kanalisiert worden“

domradio.de. Das heißt, Sie würden auch so weit gehen und sagen: 1968 hat Kirche gar nicht verändert?

Wolf: Doch. Denn es wirkte nochmal als Katalysator. Das führte natürlich jetzt dazu, dass plötzlich andere Formen der Mitwirkung gefordert wurden. Die dann folgende Würzburger Synode (1971-75) war dann im Grunde der Kompromiss zwischen denen, die diesen Aufbruch wagen wollten, und den Bischöfen, die das irgendwie moderieren wollten. Man hat den Verdacht, dass dieser Aufbruch, dieses Reformpotential, kanalisiert worden ist, in einen Ausschuss verwiesen, auf die lange Bank geschoben. Und dass eine ganze Reihe von heutigen Problemen doch genau die Probleme sind, die man damals diskutiert hat…

Mehr dazu.

Gegenwart wird gemacht. Vom Ursprung des Naziregimes. Besprechung eines Buchs von Éric Vuillard. SZ

17. April 2018,
Éric Vuillard inszeniert in knappster Form historische Begebenheiten. 2017 erhielt er den Prix Goncourt.

Éric Vuillard erzählt in „Die Tagesordnung“ vom Ursprung des Naziregimes: einem Geheimtreffen zwischen den Nationalsozialisten und der deutschen Industrie im Jahr 1933.

Von Joseph Hanimann

Mehr dazu.

Gedenken zum 50. Todestag: Die Hinrichtung des Martin Luther King. Von Michael Schmid

04/2018, Lebenshaus Alb

…Es war ganz wesentlich auch Peppers Verdienst, dass endlich im Jahr 1999 das erste und bisher einzige Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Ermordung Kings stattfand. Das Geschworenengericht in Memphis betrieb drei Wochen lang intensive Beweisaufnahme und hörte dabei 70 Zeuginnen und Zeugen an. Die Geschworenen, sechs schwarze und sechs weiße Bürger, kamen zu dem Urteilsspruch, dass der weiße Wirtshausbesitzer Loyd Jowers und “andere, einschließlich Regierungsagenturen”, sich verschworen hatten, King umzubringen….

Mehr dazu.

 

Wie die Kirche wurde, was sie heute ist: Kirche in Zeiten des Rechtspopulismus. Von Hans-Jürgen Volk

04/2018

Gespräch auf der Terrasse

Es ist ein sonniger Vorfrühlingstag. Ich sitze bei Freunden auf einer Terrasse, es gibt Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Ich unterhalte mich mit einem Geschwisterpaar. Er ist Anfang 30 und studiert Maschinenbau, sie ist 27, und Führungskraft in einem großen Lebensmittelunternehmen. Als alleinerziehende Mutter hat ihre Stelle einen Umfang von 20 Stunden. Viel mehr ist auch nicht drin in ihrem Unternehmen, das aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf Teilzeit setzt. Daher ist sie eine sog. „Aufstockerin“ und bestens vertraut mit dem strengen Hartz IV-Regiment…

Mehr dazu.

Zur Bedeutung der 68er-Bewegung für die Kirche. Von Konrad Schulz

Hess. Pfarrblatt 2/ April 2018

 

Das Jahrzehnt des Reformationsjubiläums
ist vorbei. Da kann man sich wieder mit anderen
Jubiläen beschäftigen, auch solchen, die
nicht auf den ersten Blick mit Kirche zu tun
haben. In diesem Jahr gibt es davon ziemlich
viele: unter anderem der Geburtstag von Karl
Marx 1818, 100 Jahre Weimarer Republik und
Oktober-Revolution 1918, 50-jähriges Jubiläum
des Treffens der lateinamerikanischen
Bischofskonferenz von…

mehr dazu, vgl. S. 33ff

 

Martin Luther King. Ein Gegner des Vietnamkrieges. von Karlheinz Lipp

=3/2018

Am 4. April 1968, also vor 50 Jahren, wurde Martin Luther King (1929-1968) in Memphis ermordet. Hierzulande wurde King vor allem als schwarzer Bürgerrechtler und Vertreter der Gewaltfreiheit berühmt. Wenig bekannt sind Kings Friedensengagement gegen den Vietnamkrieg sowie sein Einsatz für die (nicht nur schwarzen) Armen und Arbeitslosen in seinem letzten Lebensjahr. Kings Äußerungen sind auch in unserer Gegenwart von einer verblüffenden Aktualität…

Mehr dazu.

Evangelische Identität in säkularem Umfeld. 109. Generalversammlung des Evangelischen Bundes

02/2018

Prof. Dr. Ulrich Körtner vom Institut für Systematische Theologie
und Religionswissenschaft der Universität Wien erläuterte in seinem
Vortrag den Zusammenhang von evangelischer Identität und
Kirche. „Verbreitet ist die Überzeugung, man könne auch ohne
Kirche ein guter Christ sein oder zumindest ein guter Protestant“,
so Körtner. „Doch im Unterschied zu manchen Vertretern eines
liberal-kulturprotestantischen Paradigmas bin ich davon überzeugt,
dass es evangelischen Glauben auch in Zukunft nicht ohne
lebendige Kirche geben kann.“ Es sei einfach nicht wahr, dass die
Kirchen sich leeren,zur Religion schwindet, wo die Verbindung
zur Kirche abreißt. …

 

mehr dazu vgl. S. 16

Das Haus der Rosa Parks erinnert an die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung. Von Natascha Gillenberg

02/2018, zeitzeichen

Im Februar vor 105 Jahren wurde Rosa Parks geboren. An ihr Leben und ihren Kampf gegen den Rassismus in den USA erinnerte das Künstlerehepaar Mendoza in Berlin: Es baute ein Haus aus Detroit auf, in dem Parks einige Zeit wohnte. Die Journalistin Natascha Gillenberg war dort…

Mehr dazu.

Vom Einander-Verstehen und der Besetzung von Begriffen. von Jörg Strübing

02/2018

Ein Zeichen für gute Wissenschaft ist nicht das Schließen, sondern das Öffnen von Begriffen. Die Arbeit am Begriff ist zentraler Teil (nicht nur) unserer Wissenschaft. Die dabei entstehende Ungewissheit ist nicht immer angenehm, aber gleichwohl ein wesentliches Erkenntnismittel. Ein schönes Gedankenspiel über die Frage, wem die Begriffe gehören, bietet Theodor W. Adorno in seinen Minima Moralia an. Er schreibt:

„Bange machen gilt nicht. – Was objektiv die Wahrheit sei, bleibt schwer genug auszumachen, aber im Umgang mit Menschen soll man davon nicht sich terrorisieren lassen. Es gibt da Kriterien, die fürs Erste ausreichen. Eines der zuverlässigsten ist, daß einem entgegengehalten wird, eine Aussage sei „zu subjektiv“. Wird das geltend gemacht und gar noch mit jener Indignation, in der die wütende Harmonie aller vernünftigen Leute mitklingt, so hat man Grund, ein paar Sekunden mit sich zufrieden zu sein. …

Mehr dazu.

Das Verhältnis von Theologie und Kirche im 21. Jahrhundert Von der kirchlichen Bekenntnisbildung zur Bezeugung des Evangeliums Von Henning Theißen

02/2018, Deutsches Pfarrerblatt

…Mit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ändert sich die Bestimmung dessen, was im Protestantismus theologische Lehre bedeutet: Lehre ist nun nicht mehr die Vergewisserung und Entfaltung eines konfessionellen Bekenntnisses, sondern eine zwischenkirchliche, ökumenische Aufgabe. Es geht darum, Kirchen samt ihren Lebenswelten zu verstehen und ins kritische Gespräch miteinander zu bringen. Dieser Ansatz kann, wie Henning ­Theißen zeigt, gerade auch am Beginn des 21. Jahrhunderts mit seinen aktuellen Heraus­forderungen fruchtbar werden.* …

Mehr dazu.