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ELK in Bayern

Landessynode ELK Bayern: Eingaben und Anträge an die Synode können basisdemokratisch von jedem Christenmenschen gestellt werden.

Herbsttagung vom 26.-30.11. in Amberg

Jeder und jede der 2,5 Millionen evangelisch-lutherischen Christen in Bayern kann eine Eingabe an die Landessynode richten. Auch die Synodalen selbst können Anträge stellen. Diesmal sind insgesamt 19 Eingaben und Anträge eingegangen. In einem Antrag wird etwa die Direktwahl der Synodalen durch alle Kirchenmitglieder gefordert. Bisher werden die Landessynodalen von den Kirchenvorstehern gewählt. Die Kirchengemeinde Eichstätt bittet die Synode zu beschließen, bei der Beschaffung von PKWs durch die Landeskirche auf Autos mit Dieselantrieb zu verzichten, da deren Schadstoffe die menschliche Gesundheit und Umwelt belasten. Die Evangelische Jugend in Bayern bittet die Landessynode, sich für die Verstetigung des 31. Oktober als regelmäßigen gesetzlichen Feiertag einzusetzen. Die jungen Leute wünschen, „das der Geist der reformatorischen Kraft“ des Reformationsjubiläums erhalten bleibe und sich weiter ausbaue. Nach einer Vorberatung in den synodalen Ausschüssen wird über die Eingaben und Anträge im Plenum am Donnerstag entschieden…

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Profil und Konzentration (PuK) – das neue Reformkonzept der ELKB. Gründe für PuK.

07/08 2017, Korrespondenzblatt Bayern

von Thomas Prieto Peral, Pfr., theologischer
Planungsreferent der ELKB.

 

Die Organisationstheorie benennt
zwei gravierende Folgen für Organisationen,
die sich stetig weiter
ausdifferenzieren und allmählich
ihre innere Kohärenz verlieren.
Zum einen ist ein immer größeres
Anwachsen der Bürokratie zu
beobachten, da die verschiedenen
Arbeitsbereiche über immer komplexere
Regelungen zusammengehalten
werden müssen. Beispiele
aus der Kirche erübrigen sich. Die
zweite Folge ist noch einschneidender:
Organisationen gehen mit
innerem Kohärenzverlust und immer
höherer Komplexität irgendwann
von der inhaltlichen Steuerung
zu einer Ressourcensteuerung
über. Kirchenleitungen fragen dann
nicht mehr: Was müssen wir im
Rahmen unseres Auftrags erledigen
und was nicht, sondern: Was können
wir uns noch leisten und wie
können wir unsere laufende Arbeit
billiger machen? Dieser Punkt war
bei den evangelischen Kirchen in
Deutschland irgendwann um die
Jahrtausendwende erreicht….

PuK schlägt vor, Personal- und Finanzplanungen
zu dezentralisieren
und so weit wie möglich dorthin
zu geben, wo kontextbezogene
inhaltliche Debatten laufen. Im
PuK-Sprech sind das die „Räume“
(ein Begriff, der zugegebenermaßen
noch zu formal ist). Räume können
Dekanatsbezirke sein, aber auch
Kooperationen von Dekanatsbezirken
oder Kirchengemeinden. …

vgl. S. 133ff

Mehr dazu.

 

Vgl. dazu auch den Beitrag der Vors. des Pfarrvereins Bayern, Corinna Hektor.

Synode ELK Bayern: Startschuss für Reformprozess „Profil und Konzentration“: niederschwelligen Zugang zur Liebe Gottes eröffnen.

04/2017

Die bayerische Landessynode tagt vom 26. bis 30. März in Coburg

Mit großer Mehrheit beschloss die Landessynode die Weiterarbeit an dem Konzept „Profil und Konzentration“ (PuK), mit dem sich die Kirche auf allen ihren Ebenen neu aufstellen und mit ihren Angeboten auf die Lebenswirklichkeit der Menschen eingehen will. Das Reformpaket reicht von Arbeitsstrukturen und dem Zuschnitt der kirchlichen Arbeit in neuen Räumen bis zur Positionierung der Kirche in der digitalen Welt.

Ziel ist ein grundlegender Perspektivwechsel: Geprägt von geschichtlich gewachsenen kirchlichen Strukturen hat man bisher häufig darauf gewartet, dass die Menschen zur Kirche kommen. Künftig sollen die Aufgaben der Kirche wesentlich stärker aus der Perspektive der Mitglieder definiert werden mit dem Ziel, Menschen mit ihren heutigen Lebensfragen einen niederschwelligen Zugang zur Liebe Gottes zu eröffnen. … Mehr dazu.

Bayern: „Weniger Kirchenaustritte 2016“. Richtiger: Kirchenaustritte 2015 immer noch deutlich höher als 2013!

02/2017, Bayer. Sonntagsblatt

Unter dieser Überschrift „Weniger Kirchenaustritte 2016“ ist zu lesen:

„Die Zahl der Kirchenaustritte aus der evangelischen Kirche ist im letzten Jahr leicht zurückgegangen.

Knapp 25.000 Menschen kehrten 2015 der bayerischen Landeskirche den Rücken, im Vorjahr 2014 waren es noch 28.400, wie die Landeskirche in ihrem Jahresbericht mitteilte.“

vgl. hier.

Anm. F.S.: Wichtiger als dieser möglicherweise kleine lapsus ist die Tatsache, dass die Austritte 2014 infolge Kirchensteuer auf Kapitalerträge gegenüber 2013 um 41% sprunghaft in die Höhe geschnellt waren, vgl. hier. Eine Entwicklung, die sich selbst im Folgejahr also noch nicht wirklich beruhigt hatte. Man darf also bei der Frage, wann – und ob – hier eine Normalisierung auf das „Normalniveau vor 2014“ eintritt, auf das Ergebnis der Statistik 2016 also um so gespannter sein!

Hartnäckigkeit der Pfarrvereinsarbeit zahlt sich für PfarrerInnen aus: „Geschafft! Wir bleiben dran.“ Aktuelles aus der Bayerischen Landeskirche aus Sicht des Pfarrvereins. Von Corinna Hektor.

11/2016, Korrespondenzblatt Bayern

Urlaub und Urlaubsvertretung:
„Künftig sind nicht Kalendertage zu nehmen, sondern Urlaubstage. 6 pro Woche – nicht mehr 7… Mit den 36 Tagen Jahresurlaub bleibt es bei 6 Urlaubswochen…“

Nebenkosten für Pfarrrdienstwohnungen:
„Grundsätzlich gilt, dass alle Kosten, die auf dem Haus oder Grundstück liegen, die Kirchengemeinde trägt; was verbrauchsabhängig ist und sich auf die Wohnung bezieht, zahlt der Nutzer. …“

Dienstordnungen:
„…Alle diese Versuche, die bisherige Arbeit in 48 Stunden zu pressen oder KollegInnen zu verpflichten, alles, was nicht hineinpasst, ehrenamtlich zu leisten, konterkarieren, was mit dem Modell ursprünglich gemeint war… Damit Dienstordnungen tatsächlich als »Rahmen für die Freiheit« und Schutz vor Überlastung funktionieren, wird es noch einige Gespräche und viel Sorgfalt bei der Beratung von DekanInnen und KollegInnen, aber auch bei der Genehmigung von Dienstordnungen brauchen. “

Entlastung im Pfarrdienst:
„… Entlastung ist nötig, aber am Ort. Sollte, wie in Hessen geplant, Assistenz letztlich auf eine Stärkung einer mittleren Verwaltungsebene hinauslaufen und damit zu weniger Stunden im eigenen Pfarramt, bekommen die KollegInnen statt Entlastung Mehrarbeit. …
Neue Landesstellenplanung:

Pastorationsdichte soll erhalten bleiben

Pfarrdienst der Zukunft:

Zwischen den Landeskirchen herrscht Wettbewerb um Theologiestudierende.“Wir haben schon jetzt personelle Mangelverwaltung. Künftig wird das noch stärker zu spüren sein. “
Nachwuchs:
Eine aktuelle Vakanzauswertung für den Zeitraum 1.10.15 bis 30.9.16 liegt leider noch nicht vor.11 In den vergangenen Jahren lag die Quote aber etwa bei 7%, geplant waren und sind 3,5%. Es können also bereits jetzt zu wenig Stellen besetzt werden. Die großen Ruhestandsjahrgänge stehen noch aus. Bei einem Zugang wie er aufgrund der Zahlen zu erwarten ist, werden in den 2030er Jahren über 600 KollegInnen fehlen, wenn man den »Quotienten« zugrunde legt…“
Werbung:  …Daneben stehen müssen aber eine überzeugende Politik und Kultur der Landeskirche und PfarrerInnen, die ihren Beruf wirklich weiterempfehlen (können). Bei beidem gäbe es noch Luft nach oben…“ vgl. hier.

Ein erster Schritt: Verbesserungen beim Examen:
„…KR Saumweber hat uns die erfreulichen
Verbesserungen in der Stimmung und den Noten in der Pfarrerkommission mit vielen Zahlen und sehr persönlicher Erzählung nahegebracht. ..“

PfarrerInnen auf Dienstvertrag
„…Eine Neuregelung ist in greifbare Nähe gerückt. Die von uns miterarbeitete Vorlage sieht vor, dass im aktiven Dienst eine Gleichstellung analog zum Dienstrecht auch im Finanziellen erfolgt…“
weitere Themen:
Neue Religosunterrichtsverteilungsverordnung,
Pfarrerbild und Kirchenbild gehören zusammen
Zukunftsfragen zur Versorgung
Blick ins »außerbayerische Ausland« : velkd-Pfarrergesamtvertretung
Arbeiten über das Ruhestandsalter hinaus

vgl. S. 144 (print)

Nichts wirklich Neues aus Bayern: „Landesstellenplaung“ 2020 kommt 2017. Interview mit OKR Völkl im Bayer. Sonntagsblatt.

25.09.2016

 

… Gibt es auch für diese Planung Tabubereiche, etwa die Gestalt der Dekanate?

Völkel: Es gibt keine Tabubereiche. Die Kooperation der Dekanatsbezirke ist schon jetzt ein Thema. Das Thema »Zusammenarbeit der Dekanatsbezirke« wird an Bedeutung noch zunehmen. Wir wollen keine erzwungenen Fusionen, sondern freiwillige Kooperationen….

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ELK Bayern: Die Landeskirche und ihre Partnerkirchen laden am 8. Oktober zu einem »Virtuellen Weltkirchentag« ein.

05/2016

Bei einem »Virtuellen Weltkirchentag« im Internet sollen sich am 8. Oktober 2016 Gemeinden und christliche Gruppen aus der ganzen Welt im Internet begegnen, gemeinsam und gleichzeitig an vielen Orten weltweit Gottesdienst feiern, sich austauschen und diskutieren.

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„‘begabt leben – mutig verändern‘. Chancen für die Kirche in ländlichen Räumen“. Bischof Dröge stellt Reformvision einer downgesizten Kirche der Zukunft vor der Synode der ELK Bayern vor.

Bischof Dr. Dr. h.c. Markus Dröge
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Vortrag Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern,
19. April 2016, Ansbach

3. Die dritte Strukturveränderung: Neudefinition der Parochialität
Noch einen Schritt weiter geht ein Konzept, das in der Mecklenburgischen Kirche entstanden ist und ähnlich auch in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Es ist das Konzept der sogenannten „Gemeinden der Nähe“. Dieses Konzept ist insofern noch radikaler, als es die Realität ernst nimmt, dass in manchen ländlichen Regionen grundsätzlich nicht mehr flächendeckend Gemeindearbeit angeboten werden kann. Das Parochialprinzip bezieht sich nur noch darauf, dass ein Pfarramt für die Seelsorge und die Kasualien zuständig ist. Pfarrerinnen und Pfarrer werden von der Aufgabe befreit, Gemeindeaufbau in der Fläche zu betreiben. Gemeindeaufbau wird nur noch schwerpunktmäßig gestaltet. Gottesdienste finden nur noch statt, wo Gemeindeglieder dies dezidiert wünschen und dafür selbst Verantwortung übernehmen. „Gemeinden der Nähe“ sind dann solche Gemeinden, die sich entweder funktional (also durch Übernahme einer bestimmten Aufgabe) oder lokal gründen, das heißt dort, wo Christinnen und Christen aktiv Verantwortung übernehmen.

Manchen fällt es dann trotzdem schwer, die notwendigen Veränderungen einzuleiten. Die Sorge ist zu groß, Selbständigkeit zu verlieren. Andere aber gehen schon sehr frühzeitig verantwortungsbewusst die Aufgaben an, weil sie sehen, dass sie an die nächste Generation denken müssen. Letztlich sind es die viele guten, gelungenen und mutmachenden Beispiele von Reformen, die sich herumsprechen und die dann motivieren, die notwendigen Herausforderungen zu bewältigen. …

Der vollständige Vortrag.

Reaktionen auf den Beitrag des AStA Neuendettelsau zum Theol. Examen in der ELK Bayern.

02/2016, Korrespondenzblatt Bayern

Prof. Wolfgang Stegemann: Klare Prüfungsanforderungen sind nötig

Der Beitrag des Asta der AugustanaHochschule im Januar-Heft des Korrespondenzblatts hat für einige Furore gesorgt. Wir drucken in dieser Aussprache die Reaktionen des Leiters des Prüfungsamtes, zweier Professoren, eines Pfarrers und schließlich eine Erwiderung des Asta ab. Es gab weitere Rückmeldungen, die wir hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht abdrucken. Aus diesem Grunde enthielt übrigens auch der Asta-Beitrag im vorigen Heft in dieser Hinsicht pauschale Aussagen, um die KommilitonInnen, die von ihren konkreten Prüfungserlebnissen berichtet haben, nicht zu gefährden. Wir waren im Redaktionsteam der Meinung, dass die Sorgen der jungen Leute, die an der Schwelle zwischen dem Abschluss des wissenschaftlichen Theologiestudiums und der kirchlichen Ausbildung bzw. zukünftigen Tätigkeit als Pfarrer und Pfarrerinnen stehen, unbedingt ernst genommen werden müssen. Sie werden, wie wir wissen, dringend gebraucht und sind, natürlich auch jenseits der aktuell prekären Lage einer augenfälligen Schere zwischen den Pensionierungszahlen und dem Eintritt in den Dienst, herzlich willkommen; sie werden unsere künftigen Kollegen und Kolleginnen sein. Ich habe dem Beitrag der Studierenden jedenfalls nicht entnommen, dass sie sozusagen aus dem Nachwuchsmangel der Kirche eine Art Prüfungsbonus schinden wollen. … Alle Reaktionen und Antwort des AStA, vgl. ab S. 25.