Archiv der Kategorie:
Vermögen, Finanzen

Oldenburg: Bischof Janssen teilte mit, dass „er die Verantwortung für die Weiterführung des Amtes nicht mehr tragen zu können glaubt“.

23. November 2017, Erklärung auf der Synode

Oldenburger Bischof Jan Janssen gibt Amt auf

Das kommt überraschend: Der Oldenburger Bischof Janssen tritt zurück. Künftig will er als Seelsorger arbeiten – außerhalb der oldenburgischen Kirche.

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Hintergrund: Synode setzt restriktiven Sparkurs fort

Haushalt für 2018

Zwar sei das Kirchensteueraufkommen erfreulich hoch, doch blieben die übrigen Einnahmen aufgrund der niedrigen Zinsen weit hinter den Erwartungen zurück, sagte Teichmanis. Sie empfahl dem Kirchenparlament, die Aktienpolitik der Kirche zu lockern….
Zuvor hatte die Synode die Schlussrechnung von 2016 abgenommen. Dieser Haushalt schloss mit einem Überschuss von rund 473.000 Euro….

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Zur Diskussion gestellt: Vier Gründe für die Abschaffung der Kirchensteuer. Von Prof. Ulrich Hemel

12/2017

Davon geht die Kirche nicht unter
Es gibt viele gute Gründe für die Abschaffung
der Kirchensteuer. Sie ist unzeitgemäß, nicht gerecht
und macht träge, findet der Theologe Ulrich Hemel

13.08.2017, Welt am Sonntag

Die durch das Kirchensteuersystem mit bedingte
Beamtenmentalität in der kirchlichen Verwaltung
bremst Kräfte aus, die sich neu mit christlichen Inspirationen
aus dem Evangelium auseinandersetzen
wollen. Nicht Erneuerung, sondern vorsichtiger
Rückbau ist folglich die Devise. Wer Besitzstände
wahrt, bricht nicht auf. Wer Vergangenheit verwaltet,
gewinnt nicht die Zukunft. Es ist folglich kein Wunder,
dass viele kirchlich geführte sozialen Einrichtungen
von staatlichen kaum zu unterscheiden sind…

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Herbstsynode EKHN: 115 Mio. € an Rückstellungen und Rücklagen müssen aufgelöst werden.

12/2017

Die Finanzpolitik der EKHN hat sein ca. 20 Jahren den Fokus nicht mehr auf Investitionen,
sondern auf Desinvestition (auch: Personalabbau) und auf Rücklagenbildung. Letztere sind beachtlich angewachsen. Und wurden auch an Stellen gebildet, wo sie nun wirklich nicht nötig – und nach Bilanzrecht auch nicht zulässig – sind. Einer der wenigen positiven Aspekte der Umstellung auf die Doppik zeigt sich hier: gewisse, sonderbare, Rückstellungen oder – rücklagen müssen nun aufgelöst werden. Das betrifft in der EKHN Rücklagen für die Tilgung eines Annuitätendarlehens und Rückstellungen für Clearingzahlungen. Zusammen beläuft sich die Summe auf immerhin etwas über 115 Mio.€.

 

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„Die ökonomische Lage unserer Kirche ist grundsolide und stabil“. Finanzdezernentin Bauer (Baden) in der Einbringungsrede des Haushalts in der Synode.

11/2017; Herbstsynode Badische Landeskirche

Kirchensteuer steigen, Mitgliederzahl sinkt. Fakten und Strategien der Finanzpolitik in der Badischen Landeskirche.

HAUSHALTSREDE
TAGUNG DER LANDESSYNODE DER EVANGELISCHEN LANDESKIRCHE IN BADEN
EINBRINGUNG DES DOPPELHAUSHALTS 2018/2019 AM 23.10.2017
BARBARA BAUER

gehe zu: Haushaltsrede von OKR Bauer

 

Bayern: Großinvestition in Bürokomplex in Nürnberg.

11/2017, Korrespondenzblatt Bayern

 
…Eine mittlerweile in einer größeren
Öffentlichkeit geführte Diskussion
ist über die Zukunft eines Bürokomplexes
entstanden, den die
Landeskirche vor kurzem in Nürnberg
für einen mittleren zweistelligen
Millionenbetrag erworben hat. …
Befragte Architekten sagen, dass
es sehr schwer ist, den ursprünglichen
Nutzungskontext als Behördengebäude
zu ändern. Das wäre
aber nötig. So müsste der Komplex
in erheblichem Maße (und mit erheblichem
finanziellen Aufwand)
umgebaut werden. Die angedachte
Nutzung ließe aber auch dann mit
großer Wahrscheinlichkeit nicht
ermöglichen. Von Architektenseite
hieß es auch, der Bauherr solle
sich genau überlegen, welche öffentliche
Ausstrahlung er mit seinen
Baukörpern beabsichtige. Hier
könnte man für die Nutzung eben
dieses Gebäudes als „Haus der Kirche“
eigentlich gar keine Begründung
finden. Schlicht gesagt – das
Gebäude bleibt hässlich und stünde
Kirche nicht gut zu Gesicht….
vgl. S. 190 (Print)

 

Anm. F.S.: Das ist leider nicht die erste derartige Investition von Landeskirchen. Schon vor jahren fand bspw. ein ähnlicher Umstrukturierungsprozess der Liegenschaften in der Braunschweigischen Landeskirche in Wolfenbüttel (Sitz der Landeskirche) statt. Dort erwarb man den leerstehenden Kasernenkomplex um darin nicht allein das Landeskirchenamt/Kirchenverwaltung, sondern in Sicht- und also Kontrollweite den Großteil der landeskirchlichen Einrichtungen unterzubringen. Auch nach der (finanziell sicherlich recht aufwändigen) Renovierung  war nicht ein Hauch von Charme, Ambiente, Stil spürbar.

Dahinter steht ein Problem der kirchlichen Liegenschaftabteilungen, die eben oft nicht in der Lage sind, ganzheitlich, also unter Berücksichtigung aller zugehörigen Aspekte Entscheidungen zu treffen. Leider – oder soll man sagen: zum Glück? – fällt das nur bei solch exponierten Objekten auf.

EKiR: Neue Töne aus dem Landeskirchenamt? Von Kirchenbunt

10/2017

In der neuen EKiR-Info gibt es manch erstaunlichen Satz zu lesen …
Beitrag vom 23. Oktober 2017 von kirchenbunt
In der Oktober-Ausgabe 2017 der Zeitschrift EKiR.info ist mancher Satz zu lesen, den Kritiker der Reformprozesse lange vermisst haben. So antwortet Oberkirchenrat Baucks auf die Frage, ob „als Folge synodaler Entscheidungen immer mehr Kirchensteuermittel an die höheren Ebenen der Kirche“ geflossen seien: „Kirchenleitung und Landessynode machen sich intensiv Gedanken zum Thema Kirchensteuerverteilung. Dabei sind Gerechtigkeit und Handlungsfähigkeit zentrale Kriterien. Um mehr Effizienz und Qualität zu erreichen, hat die rheinische Kirche in den vergangenen Jahren punktuell Aufgaben zentralisiert. Insgesamt sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Presbyterien dadurch auch kleiner geworden. …

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Bildung und Geistliches Amt – Perspektiven und Konsequenzen eines geplanten „Bildungscampus“ in Nürnberg

11/2017; Korrespondenzblattt Bayern

von: Dr. Christian Eyselein, Pfarrverwalterausbildung
Neuendettelsau, Dr. Gerhard Knodt, Kirchliche Studienbegleitung
Neuendettelsau Dr. Manacnuc Lichtenfeld, Predigerseminar Nürnberg
Prof. Dr. Klaus Raschzok, Augustana-Hochschule, Neuendettelsau
Frank Zelinsky, Pastoralkolleg, Neuendettelsau

…Im August schrieben Vertreter und
Verantwortliche der pastoralen
Aus-, Fort- und Weiterbildung in
unserer Landeskirche an die kirchenleitenden
Organe der ELKB.
Mit diesem Schreiben wollten
wir in der Frage einer möglichen
dienstlichen Nutzung des ehemaligen
Telekomgebäudes Bayreuther
Straße 1 in Nürnberg als zentralen
„Evangelischen Bildungscampus“
einen Diskussionsbeitrag in dem
anstehenden Entscheidungsprozess
einbringen. Im Folgenden fassen
wir unsere wesentlichen Bedenken
zusammen, die gegen eine Nutzung
des Telekomgebäudes für die kirchliche
Aus-, Fort- und Weiterbildung
sprechen:
Ein Konzerngebäude als Haus der
Kirche? Zur Sprache und Logik von
Gebäuden …

vgl. S. 204 (print)

Position eines langjährigen Kirchenvorstandes: Kirchensteuermittel müssen an die Basis!

08/2017, von Heinrich Nädler, Hannover

(zu einem Artikel Reinhard Bingeners in der FAZ: Wo bleibt die Kirchensteuer?)

Sehr geehrter Herr Bingener,

die Zukunft der christlichen Kirchen scheint Ihnen sehr am Herzen zu liegen und mir auch. In Ihrem Artikel vom 26.3.17 zu, Wo bleibt die Kirchensteuer? Findet sich der Satz: Die Wahrscheinlichkeit eines Kirchenaustritts sinkt gegen null, wenn ein Kirchenmitglied den Pfarrer auch nur namentlich kennt oder ihn schon einmal von ferne gesehen hat. Die Kirche hätte also ein Interesses daran, ihre Präsens vor Ort zu stärken. Vorrangig werden jedoch Stellen für Pfarrer und Diakone eingespart. Doch wo Hirten fehlen, läuft die Herde auseinander.
Nach zwanzig Jahren im Kirchenvorstand ist meine Analyse: DIE VERTEILUNG DER KIRCHENSTEUER VON OBEN NACH UNTEN SCHWÄCHT DIE CHRISTLICHEN KIRCHEN IN DEUTSCHLAND.
Weltweit ist es üblich, dass die Geistlichen bzw die Kirchenvorsteher die Mitgliedsbeiträge bei ihren Kirchenmitgliedern einsammeln. D.h. die Einnahmen kommen zu erst in den Ortskirchen an, ein Teil davon wird nach oben weitergereicht, der überwiegende Teil bleibt in der Gemeinde.
Deutschland soll das einzige Land weltweit sein in dem es umgekehrt läuft, weil hier die Einnahmen von oben nach unten verteilt werden, wobei Oben natürlich auch gleich festlegt wieviel oben bleibt. Hierzulande erheben die Finanzämter die Kirchensteuer und verteilen sie an die Landeskirchenämter bzw die bischöflichen Stühle. Von dort fließt ein immer dünner werdendes Rinnsal bis in die Gemeinden. Diese Regelung stammt aus einer Zeit, als es noch keine Postleitzahlen und PC’s gab.Bei dem heutigen Stand der Technik ist es kein Problem, die Kirchensteuer der Mitglieder an Hand der Postleitzahlen den jeweiligen Kirchgemeinden zuzuweisen. Denn die Ortsgemeinde wollen die Mitglieder mit ihrer Kirchensteuer unterstützen. Kirche ist nicht Bischof Marx oder Bedford-Strohm sondern die Summe dessen, was die Ortskirchen leisten. Würde dort die Kirchensteuer zuerst ankommen, könnte vor Ort mehr und besser gearbeitet werden. Die Politik muss die Verträge mit den Kirchen ändern, andernfalls schafft sich die christliche Kirche hierzulande selbst ab.

Die Basis der Kirche bröckelt leise. Kirchensteuer zeigt ein Rekordhoch. Von Mattthias Drobinski, SZ.

21. Juli 2017
Von Matthias Drobinski

Tatsächlich sind die Austrittszahlen beider Kirchen gesunken: Verließen 2015 noch 210 000 Menschen die evangelische Kirche, waren es ein Jahr später nur noch 190 000. Bei den Katholiken gab es 2015 noch 182 000 Austritte und 2016 noch 162 000. 21,9 Millionen Menschen gehören nun der evangelischen Kirche an, 23,6 Millionen der katholischen;…

In jeder Hinsicht erfreulich für die großen Kirchen ist die Entwicklung der Kirchensteuer: Dank der guten Konjunktur nahm die katholische Kirche 2016 6,15 Milliarden Euro ein, die evangelische 5,45 Milliarden – erneut ein Rekordhoch…

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